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Bürgerinitiative in Travemünde

Für Wohnqualität der Bewohner und den Stadtteil

Bewohner haben eine Initiative ins Leben gerufen, um die Errichtung großer Ferienunterkünfte in ihrem Ostseebad zu beschränken. Sie befürchten, dass der ursprüngliche Charakter des Ortes durch diese Entwicklung immer mehr verloren geht, was von den Bewohnern von Travemünde beklagt wird.

Nils Larsen, ein renommierter Friseur und Coach mit fast 35 Jahren Erfahrung im Ostseebad, unterstützt die Petition der Anwohner aktiv. Als er gefragt wurde, ob er die Unterschriftenliste in seinem Salon auslegen könne, stimmte er sofort zu. Larsen betont, dass er persönlich die Petition unterzeichnet habe und sie auch seinen Kunden empfiehlt. Er beobachtet die Entwicklung des Ortes seit langem und ist besorgt über den zunehmenden Verlust des ursprünglichen Charakters von Travemünde. Früher habe er bemängelt, dass Travemünde sein Potenzial nicht ausreichend nutze, aber jetzt sei die Entwicklung übertrieben.

Er verwendet das Sprichwort “Die Dosis macht das Gift”, um zu verdeutlichen, dass Travemünde nun im “toxischen Bereich” sei. Die Petition, deren Titel etwas sperrig ist, liegt neben dem Empfangstresen seines Salons aus. Die Unterzeile “Wohnqualität für die Stadtteilbewohner in Travemünde erhalten” vermittelt jedoch prägnant das Anliegen, das Hausbesitzer wie Larsen unterstützen möchten. Den Schutz der Wohnqualität vor der zunehmenden Überentwicklung.

Charakter des Stadtteils soll erhalten bleiben

Eine Nachbarschaftsinitiative, bestehend aus Anwohnerinnen und Anwohnern des Mühlenberges und Maikuhlenwegs, hat eine Petition ins Leben gerufen. Ulrich Missler, einer der Initiatoren, erklärt, dass sie sich unabhängig von ihrer eigenen Situation für den Erhalt des charmanten und familienfreundlichen Charakters ihres Stadtteils einsetzen möchten. Ihr Ziel ist es, einen Ort zu bewahren, der auch in Zukunft attraktiv ist und langfristiges Wohnen ermöglicht, anstatt sich zu einer reinen Urlaubsdestination zu entwickeln.

Nils Larsen, ein örtlicher Unternehmer, unterstützt diese Initiative und betont, dass Entwicklung notwendig ist, aber nicht auf Kosten der Attraktivität des Ortes gehen sollte. Er kritisiert die zunehmende Präsenz von Eigentumswohnungsbesitzern, die nur saisonal präsent sind. Die Bedeutung von festen Bewohnern für das lokale Leben, den Einzelhandel und die Gemeinschaft ist enorm wichtig. Larsen und Missler beobachten besorgt, wie immer mehr Einfamilienhäuser an Investoren verkauft, abgerissen und durch große Wohnanlagen ersetzt werden, ein Trend, der den einzigartigen Charakter ihres Stadtteils gefährdet.

Missler erklärt, dass gemäß Paragraf 34 des Baugesetzbuches bauliche Projekte, die nicht mit dem Gesamterscheinungsbild harmonieren, eigentlich verhindert werden sollten. Doch es scheint, als würde dieses Gesetz in Travemünde nicht wirksam angewendet. Er kritisiert, dass die Stadtentwicklung scheinbar den potenten Investoren überlassen wird, die diese Projekte mit hochpreisigen Eigentumswohnungen realisieren können. Dadurch entsteht laut seiner Einschätzung ein Wohnraum, der für die Durchschnittsbevölkerung oft nicht erschwinglich ist, was ein weiteres Problem darstellt.

Wohngebiete sollen geschützt werden

Die Anwohnerinitiative hat ihr Anliegen, dass der “Bauwahnsinn” gestoppt werden muss, bereits bei Sitzungen des Ortsrates vorgebracht. Dies führte dazu, dass Bewohner aus anderen Straßen im Stadtteil, wie zum Beispiel der Straße Achterdeck, auf die Initiatoren zugekommen sind, um ihre eigenen Erfahrungen zu teilen. Ihr Ziel ist es, die noch erhaltenen homogenen Wohngebiete Travemündes vor großen Bauprojekten zu schützen, indem qualifizierte Bebauungspläne erstellt werden. Unterschriftenlisten sind auch im Modegeschäft Somar Moda in der Rose 2 sowie in der Physio-Praxis, Auf dem Baggersand 3, erhältlich. Die Petition ist auch hier verfügbar.

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