Vor dem Holstentor steht eine Gruppe Menschen, darunter eine Frau und ein Mann in Polizeiuniform, Sie halten eine Schablone, mit der auf dem Radweg in neongelb ein Verkehrszeichen und die Aufschrift "Geisterradler, bitte wenden!" gesprüht wurde

Warnung an die Geisterradler

30 Radwege werden markiert

Neue neongelbe Symbole warnen derzeit auf etwa 30 Radwegen die Fahrradfahrer davor, in falscher Richtung auf den Radweg fahren wollen. Die Polizei hat zusammen mit Verkehrswacht und Hansestadt diese Aktion gestartet.

Danach wird die Polizeidirektion Lübeck in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Lübeck (Radverkehrsbeauftragte) und der Lübecker Verkehrswacht an etwa 30 relevanten Örtlichkeiten im Lübecker
Stadtgebiet deutlich sichtbare sog. Geisterradler-Symbole auf Radwegen aufbringen, die nur in eine Richtung befahren werden dürfen. Die Standorte für diese Piktogramme wurden von den örtlichen Polizeidienststellen benannt, ergänzt
durch Vorschläge der Mitglieder des Arbeitskreises „Runder Tisch Radverkehr“, der aus Vertreterinnen und Vertretern der Parteien und Verbände besteht.

Als „Geisterradeln“ wird das Radfahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung beschrieben. Vielen Radfahrenden ist nicht bekannt, dass ein Radweg in Fahrtrichtung rechts benutzt werden muss, es sei denn, es ist eine andere Regelung durch entsprechende Verkehrszeichen vorgegeben.

Die ab heute als Piktogramme auf die entsprechenden Radwege aufgesprühten neongelben und damit deutlich sichtbaren Hinweise bestehen aus einem sichtbaren radfahrenden Geist und dem Schriftzug „Geisterradler bitte wenden“. Radfahrende sollen auf diese Weise darauf aufmerksam machen, dass sie den Radweg in falscher Richtung benutzen. 

Die Piktogramme werden unter Verwendung nicht-permanenter Markierungsfarbe aufgesprüht. Diese verblasst nach einiger Zeit. Der Effekt ist gewollt, denn es geht in erster Linie darum, durch das neu aufgesprühte Warnzeichen mehr Aufmerksamkeit der Radfahrenden zu erlangen. Sobald der Gewöhnungseffekt eintritt, verblasst das Symbol wieder. Die Vorlage für das Motiv wurde dankenswerter Weise von der Stadt Paderborn zur Verfügung gestellt, die eine solche Aktion bereits durchgeführt hat.

Was ist die Aktion "Geisterradler"?

Vier Wochen sind seit dem Ende der Sommerferien vergangen. Der Beginn der Schule bedeutete für viele Schülerinnen und Schüler einen Schulwechsel mit neuen Schulwegen. Viele von ihnen fahren mit dem Fahrrad zur Schule und orientieren sich z.T. an den falsch fahrenden Vorbildern. Damit sich dieses falsche Verhalten nicht verfestigt, wird die Aktion „Geisterradler“ in Lübeck durchgeführt.

Radfahrende, die auf Radwegen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fahren, verursachen riskante Fahrmanöver und gefährden damit sich und Entgegenkommende. Das Unfallrisiko steigt unnötiger Weise, schwere Personenschäden eingeschlossen.

Aufgrund des Klimagedankens und der hohen Spritpreise steigt die Anzahl der genutzten Fahrräder kontinuierlich.

Pedelecs und Lastenräder kommen zu der bereits bestehenden Verkehrsverdichtung auf den meist schmalen Radwegen noch hinzu. Zum gefahrlosen Überholen eines Radfahrenden sind manche Radwege schon jetzt zu schmal, umso gefährlicher ist es dann aufgrund der geringen Breite des Radweges beim Vorbeifahren im Begegnungsverkehr.

Aber auch an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstücksausfahrten rechnen Autofahrende oft nicht mit Radfahrenden aus der „falschen“ Richtung und können daher ggf. nicht mehr rechtzeitig reagieren und für diese „Geisterradler“ bremsen.

 

Photo Credits: Polizei

One Response