Schnapsidee oder richtig gute Geschäftsidee?
„Das ist doch eine Schnapsidee!“
Das hören Gründende häufiger von Menschen, wenn sie von ihrer Geschäftsidee erzählen. Oft kommt der Satz von befreundeten Personen, der Familie oder Kolleginnen und Kollegen. Doch die spannende Frage lautet: Woran erkennen wir eigentlich, ob eine Idee wirklich verrückt ist oder ob sie das Potenzial hat, ein erfolgreiches Unternehmen zu werden?
Die Geschichte der Innovation ist voll von Ideen, die zunächst belächelt wurden. Menschen sollten ihre Wohnung an Fremde vermieten? Mit dem Handy ein Taxi bestellen, obwohl es Taxizentralen gibt? Lebensmittel online bestellen? Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, wurde anfangs als unrealistisch oder unnötig abgetan.
Gleichzeitig gilt aber auch das Gegenteil. Nicht jede ungewöhnliche Idee ist automatisch eine gute Geschäftsidee. Der Unterschied liegt darin, ob ein echtes Problem gelöst wird. Gründerinnen und Gründer verlieben sich häufig in ihre Lösung. Erfolgreicher sind jedoch meistens diejenigen, die sich zuerst in das Problem ihrer Kundinnen und Kunden verlieben.
In der Gründungsberatung erleben wir regelmäßig, dass aus einer vermeintlichen Schnapsidee durch viele Gespräche mit den Kundinnen und Kunden, Tests und Anpassungen ein überzeugendes Geschäftsmodell entsteht. Ebenso erleben wir, dass technisch brillante Lösungen scheitern, weil niemand bereit ist, dafür Geld auszugeben.
Deshalb lautet eine der wichtigsten Fragen im Gründungsprozess nicht: „Ist meine Idee gut?“, sondern: „Für wen ist sie gut?“ Wer diese Frage beantworten kann, hat bereits einen entscheidenden Schritt geschafft. Noch besser ist es, die Antwort nicht selbst zu geben, sondern potenzielle Kundinnen und Kunden zu fragen. Das klingt selbstverständlich, wird aber erstaunlich oft nicht bedacht.
Wichtig ist auch, nicht jede Gründung muss die Welt verändern. Manchmal reicht es völlig aus, ein alltägliches Problem ein klein wenig besser zu lösen als andere. Viele erfolgreiche Unternehmen sind nicht deshalb groß geworden, weil sie etwas völlig Neues erfunden haben, sondern weil sie Bestehendes einfacher, schneller oder kundenfreundlicher gemacht haben.
Vielleicht ist die entscheidende Frage also gar nicht, ob eine Idee zunächst wie eine Schnapsidee klingt, sondern ob diese Idee ein wirkliches Problem löst. Aus einer verrückten Idee kann so ein erfolgreiches Unternehmen entstehen. Und aus einer vermeintlich perfekten Idee kann ein Flop werden, wenn niemand ihren Nutzen erkennt.
Lass dich also von vorschnellen Urteilen nicht entmutigen, weder von begeisterten noch von skeptischen. Prüf deine Idee dort, wo sie bestehen muss, und zwar am Markt bei deinen potentiellen Kundinnen und Kunden. Denn am Ende entscheidet nicht, wie ungewöhnlich eine Idee ist, sondern welchen Mehrwert sie für Menschen schafft. Vielleicht steckt hinter der nächsten vermeintlichen Schnapsidee bereits das Unternehmen von morgen.
Adresse: GründerCube, Maria-Goeppert-Straße 1 a, 23552 Lübeck
Website: www.gruendercube.de
