Das Ende des Ersten Weltkriegs und der Beginn einer neuen Zeit
In diesem Beitrag blicken wir auf das Jahr 1918, in dem in Lübeck – wie im ganzen Deutschen Reich – ein politischer Umbruch stattfand und der Erste Weltkrieg endete.
Revolutionäre Tage in der Hansestadt
Das Jahr 1918 war auch für Lübeck ein Epochenbruch. Der Erste Weltkrieg endete, das Kaiserreich zerbrach, und auch in der Hansestadt gingen die Menschen auf die Straße. Die Kriegsjahre hatten Lübeck zermürbt: Lebensmittelknappheit, Tote an der Front und eine allgemeine Erschöpfung prägten die Stimmung.
Im November erfasste die Revolution das ganze Land – ausgehend von Kiel, wo Matrosen meuterten. Am 9. November 1918, dem Tag der Reichsproklamation, bildete sich in Lübeck ein Arbeiter- und Soldatenrat. Vertreter aus Betrieben, Gewerkschaften und dem Militär übernahmen vorübergehend die Kontrolle. Auch der Lübecker Senat erkannte die veränderte Lage an, blieb aber zunächst im Amt.
Der Umbruch verlief in Lübeck vergleichsweise ruhig. Die Revolution hatte in der Stadt vor allem ein Ziel: Frieden und Versorgungssicherheit. Mit dem Waffenstillstand vom 11. November endete der Erste Weltkrieg auch offiziell – für viele eine Erleichterung, aber keine Erlösung.
In den folgenden Wochen begann der politische Umbau. Erstmals in der Lübecker Geschichte durften 1918 auch Frauen wählen – ein Meilenstein, der jedoch erst mit der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1919 umgesetzt wurde.
