CREEP (2004)
Heute möchte ich euch einen britischen Gruselfilm aus dem Jahr 2004 vorstellen, in dem niemand geringeres als Franka Potente die Hauptrolle verkörpert. „Creep“, der uns zeigt, wie unheimlich U-Bahnen bei Nacht sind, ist zwar heute eher in Vergessenheit geraten, aber durchaus atmosphärisch, flott und hart inszeniert.
Die in London als Agentin für eine Modelagentur arbeitende Kate (Franka Potente) verlässt vorzeitig eine Party, auf der sie vom aufdringlichen Guy (Jeremy Sheffield) mehr als eindeutig angegraben wurde, um einem Geheimtipp nachzugehen, laut dem sich George Clooney in der Stadt befinden soll. Doch auf dem Weg zu besagtem Club, in dem der Promi sich aufhalten soll, schläft Kate ein – mitten in einer Londoner U-Bahn-Station. Als sie wenige Minuten später wieder erwacht, ist die letzte Bahn bereits abgefahren und die Station verlassen und verschlossen.
Als aus dem Nichts doch noch eine Bahn eintrifft, betritt Kate den Zug, nur um dort erneut auf Guy zu treffen, der seinen Worten unschöne Taten folgen lassen möchte und sich jetzt holen möchte, was ihm seiner Meinung nach zusteht. Was ihm wirklich zusteht, dass bekommt der Lüstling dann aber unerwartet, als er, wie aus dem Nichts, aus der U-Bahn gezogen und von einer fremden Person übel zugerichtet wird. Auch der Lokführer, bei dem Kate um Hilfe sucht, hat bereits brutal das Zeitliche gesegnet. Nun ist der Unbekannte auf der Jagd nach der jungen Deutschen, die verzweifelt in den dunklen Tunneln um ihr Überleben kämpft.
Mit „Creep“ wurde das Rad keineswegs neu erfunden und auch so mancher Drehbuchkniff im ersten Drittel wirkt erzwungen. Wie zum Beispiel kommt Guy plötzlich in den verlassenen Tunnel? Oder warum kommt Kate erst so spät auf die Idee, den Notrufknopf zu betätigen? Und warum heißt sie als Deutsche eigentlich Kate? Vor allem aber, wenn in besagter U-Bahn-Station ein obdachloses Pärchen namens Mandy (Kelly Scott) und Jimmy (Paul Rattray) regelmäßig nächtigt, warum haben die dann noch nie zuvor mit dem titelgebenden Creep (Sean Harris) Probleme gehabt? Fragen über Fragen, die auch Christopher Smith vermutlich nicht beantworten kann und die in seinem tatsächlich geplanten Remake eventuell sorgsamer durchdacht erzählt werden.
Lässt man die Logik aber hier und da außen vor, dann bereitet „Creep“ dem Horrorfan aber eine Menge Freude. Franka Potente, die kurz zuvor in „Anatomie 1 & 2“ mitspielte (wobei sie nur im ersten Teil eine Hauptrolle hatte und der zweite Film absolut schrecklich ist), gibt erneut ein überzeugendes Final Girl, mit der man gerne mitfiebert. Netterweise hat sie sich in der deutschen Fassung auch selbst synchronisiert. Zusätzlich punktet der Film mit überzeugenden, handgemachten Effekten und kommt so kurz und knackig daher (85 Minuten), dass kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Innerhalb seines Genres ist „Creep“ somit ein Streifen, der auch heute noch bestens unterhält.
Den Film kann man u.a. bei Amazon Prime leihen und kaufen, auf DVD und Blu-ray gibt es ihn aber auch.
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