Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

KARATE KID: LEGENDS

Habt Ihr die Serie „Cobra Kai“ auch durchgebingt, so wie ich? Leider waren die Abenteuer von Daniel LaRusso nach sechs Staffeln auserzählt. Wobei, ganz vorbei war es dann doch noch nicht. Es folgte noch der Kinofilm „Karate Kid: Legends“, den ich euch heute vorstellen möchte.

Auftragen, polieren! Als „Karate Kid“ im Jahr 1984 erschien, war der Film eine willkommene Abwechslung zu dem bis dahin eher auf ein erwachsenes Publikum zugeschnittenen Martial Arts Film aus den USA. Die Mischung aus Teenie-Romanze und Turnier-Kampf schlug ein wie eine Bombe und zog drei Fortsetzungen nach sich. Doch während Teil 2 noch halbwegs an die Qualität seines Vorgängers anknüpfen konnte, war bereits beim dritten Film die Luft raus und über den vierten Teil, in dem Hillary Swank von Mr. Miyagi (Pat Morita) ausgebildet wurde, redet heute niemand mehr. Das 2010 entstandene Remake, in dem Jackie Chan den talentfreien Jaden Smith trainierte, war zwar komplett Karate-frei, traf aber den Zeitgeist und entwickelte sich zum Kassenschlager. Ebenso die von Netflix übernommene Folgeserie des Originals, „Cobra Kai“, die die Streaming-Charts zurecht dominierte. Danach folgte quasi nahtlos mit „Karate Kid: Legends“ ein neuer Film, der das Remake in die Originalreihe einbindet und Jackie Chan und Ralph Macchio als Trainer vereint.

Im Fokus der Handlung steht diesmal der Teenager Li Fong (Ben Wang), der in der Kampfsportschule seines Onkels Han (Jackie Chan) Kung Fu lernt und zu den sehr guten Schülern gehört. Sehr zum Leidwesen seiner Mutter (Ming-Na Wen), die ihren Sohn vor jeglichen Gefahren, die der Kampfsport birgt, schützen möchte. Da sie einen neuen Job in einem New Yorker Krankenhaus angenommen hat, heißt es aber eh Abschied nehmen von Han und der Schule.

In der neuen Heimat freundet sich Li schnell mit Mia (Sadie Stanley), der Tochter des Pizzabäckers Victor Lipani (Joshua Jackson) an. Deren Ex-Freund Conor (Aramis Knight) ist aber nicht nur ein guter Karate-Kämpfer, sondern auch ein eifersüchtiger Schlägertyp, der Li schwer zusetzt. Ihren Zwist sollen die beiden bei einem, mit hohem Preisgeld ausgestatteten, Karate-Tournier ausleben. Dies passt Lis Mama natürlich gar nicht. Glücklicherweise reist Onkel Han zu Besuch an, um seinem ehemaligen Schützling unter die Arme zu greifen und die Mama zu beschwichtigen. Damit der aber nicht nur die Kunst des Kung Fu seinem Gegner entgegenzusetzen hat, bringt Han außerdem den Trainer und Besitzer des Miyagi-Do Daniel LaRusso (Ralph Macchio) mit. Gemeinsam versuchen sie, Li Turnier-tauglich zu machen.

Die Geschichte, die uns in „Karate Kid: Legends“ aufgetischt wird, ist keineswegs neu oder gar gespickt von größeren Überraschungen. Doch ganz ehrlich, wer hat das auch schon erwartet? Hinzu kommt, dass die Handlung diverse Löcher aufweist, wie etwa die Existenz des gesamten Turniers, welches mit extrem hohen Preisgeld (woher?) lockt und dann noch auf einem nicht abgesicherten Hochhaus-Dach ausgetragen wird. Da werden die Versicherungen vermutlich vor Freude laut aufgeschrien haben. Fans der alten Filme werden zudem vermutlich bemängeln, dass Ralph Macchios und Jackie Chans Screentime äußerst begrenzt ist und ihre Lieblinge erst im letzten Drittel in den Fokus geraten.

Regisseur Jonathan Entwistle („The End of the F***ing World“) war sich der Story-Defizite bewusst und kürzte seinen Film auf eine angenehme Laufzeit von nur 94 Minuten herunter. Dadurch prasselt sie Handlung mit einem rasanten Tempo auf den Zuschauer ein, so dass so manches Handlungs-Defizit gar nicht auffällt, da immer was los ist. Neben den charismatischen Altstars überzeugt Ben Wang nicht nur in den Actionszenen (der Junge hat was drauf!), sondern auch im Spiel mit Leinwandpartnerin Sadie Stanley. Beide haben eine gute Chemie. Highlight ist aber Joshua Jackson, dessen Part größer als gedacht ausfällt und der einiges an Komik mit in den Film bringt. Ein weiteres Sequel darf gerne kommen, auch wenn das Einspielergebnis von „Karate Kid: Legends“ nicht allzu sensationell ausfiel. Ihr könnt den Film jedenfalls derzeit u.a. im Netflix-Abo anschauen.

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