Heart Eyes – Der Pärchen-Killer
Kennt Ihr das auch? Ihr überlegt gemeinsam mit Eurer besseren (oder schlechteren?) Hälfte, welcher Film am gemeinsamen Abend über den TV-Bildschirm flimmern soll, und werdet Euch nicht einig, weil Ihr Euch zwischen den Genres Romantic Comedy und Horrorfilm nicht einigen könnt? Für diesen Fall habe ich eine Lösung parat. Denn „Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ bedient beide Bedürfnisse gleichzeitig. Keine Sorge, es wird weder zu schmalzig noch zu gruselig, der Film findet genau die richtige Mischung für einen launigen Fernsehabend zu zweit.
Die heutige Vermarktungspolitik der Verleiher ist mir schleierhaft. Die von Christopher Landon („Happy Deathday“ / „Freaky – Körpertausch mit Blutrausch“) mitproduzierte und mitverfasste Horror-Komödie „Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ konnte, bei einem Budget von ca. 18 Millionen Dollar, an der US-Kinokasse gut 30 Millionen einspielen. Das reicht zwar noch nicht zum Hit, eine weltweite Kinovermarktung hätte hier aber nochmal ordentlich Geld in die Kasse bringen können. Zum Vergleich: Die Videospiel-Verfilmung „Until Dawn“ schaffte an der US-Kinokasse lediglich 20 Millionen Dollar einzuspielen, kam weltweit aber auf knapp 54 Millionen Dollar. „Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ bekam diese Chance leider nicht. Bislang ist nicht einmal eine physische Veröffentlichung hierzulande angekündigt. Stattdessen erschien der Film zunächst zum digitalen Kauf, mittlerweile ist er immerhin im Prime Paket inkludiert.
Ally McCabe (Olivia Holt) hat´s gründlich verkackt, indem sie für ihre Chefin (Michaela Watkins) eine unpassende Werbekampagne zum Valentinstag schuf. Man kann es ihr kaum verübeln, dass ihr die Thematik nicht liegt, läuft es in Sachen Liebe doch gerade so gar nicht rund für die junge Frau, die seit kurzem wieder Single ist. Nun muss sie den Abend des 14. Februars mit ihrem neuen, erfolgreichen Kollegen Jay Simmonds (Mason Gooding) verbringen, um auf die Schnelle eine neue, passendere Werbung zu gestalten. Der Abend wird zur Katastrophe, nicht nur, weil Ally und Jay keinen guten Start haben, sie werden auch noch von Heart Eyes, einem durchs Land streifenden Serienkiller, versehentlich für ein Liebespaar gehalten – und das ist genau sein Beuteschema.
Fortan müssen die beiden Streithähne durchs nächtliche Seattle fliehen, wobei Jay durch einen unglücklichen Zufall von den beiden Detectives Hobbs (Devon Sawa) und Shaw (Jordana Brewster) – man beachte die Namen – als potenzieller Killer verhaftet wird. Doch auch auf dem Polizeirevier ist niemand vor Heart Eyes sicher, schon gar nicht Ally und Jay, die weiterhin auf seiner Todesliste stehen. Werden sie die Nacht überstehen? Und funkt es vielleicht trotz allem noch zwischen den Streithähnen?
„Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ ist keine sonderlich tiefgründige Satire, sondern ein temporeicher Horror-Spaß, der ohne große Umschweife auf den Punkt kommt. In nur 97 Minuten verpackte Regisseur Josh Ruben („Scare Me“) ausreichend Blut und Gekröse (wobei es niemals eklig wird, aber durchaus fies und originell), sowie die richtige Portion Romantik, um das Publikum zufriedenzustellen. Quasi die romantische Splatter-Komödie mit Herz – ohne viel Tiefgang und mit einer Auflösung, die man durchaus erahnen kann, aber eben auch mit einer Menge Kurzweil.
Die Darsteller sind dabei allesamt Horror-erfahren. Olivia Holt war in „Totally Killer – Gefährliches Spiel mit der Zeit“ dabei, Mason Gooding ist seit dem fünften Teil der „Scream“-Saga im Cast, Jordana Brewster kämpfte um ihr Leben in „Faculty – Trau keinem Lehrer“ und Devon Sawa kennt man aus „Final Destination“, „Die Killerhand“ und der „Chucky“-Serie. Hinter der Kamera agierten zudem viele Beteiligte der „Happy Death Day“-Reihe. Fachpersonal war also am Start – und das merkt man, vor allem, da ich zuletzt den unfassbar missglückten Sequel-Versuch von „Ich weiss, was Du letzten Sommer getan hast“ sehen durfte. Gegen den ist „Heart Eyes – Der Pärchen-Killer“ der Citizen Kane des Slasher-Kinos. Eine Killer-Komödie mit Herz – und anderen Organen.
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