Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug
Wir leben in verrückten Zeiten und da braucht man hin und wieder mal was zu lachen. Mein Tipp diese Woche wäre die geniale Katastrophenfilm-Verarsche „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ vom ZAZ-Team, die auch Frank Drebbin einst auf die Menschheit losließen. Ein Heidenspaß für die ganze Familie.
Hier ist sie, die Geburtsstunde der Spoof-Komödie, die niemand so gut verstand wie die Brüder David & Jerry Zucker, gemeinsam mit ihrem Buddy Jim Abrahams. Bereits 1977 feierten sie erste Erfolge, als John Landis ihr Drehbuch der TV-Satire „Kentucky Fried Movie“ verfilmte, eine Ansammlung loser Gags über das Fernsehen, inklusive einer etwas längeren „Der Mann mit der Todeskralle“-Parodie im Mittelteil. 1980 durften die drei Spaßvögel dann ihren ersten eigenen abendfüllenden Spielfilm inszenieren, für den Paramount Pictures immerhin 3,5 Mio. Dollar Budget zur Verfügung stellte. Es sollte sich auszahlen, denn mehr als 83 Mio. Dollar spielte der Film allein in den USA wieder ein.
In Deutschland traute man dem Ganzen allerdings nicht so ganz. So wurde der Originaltitel „Airplane!“ durch ein wesentlich offensichtlicheres „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ ausgetauscht, damit Oppa nicht im Kinosaal einen typischen „Airport“-Katastrophenfilm erwartet und entrüstet sein Haacke Beck Pils gegen die Leinwand schleudert. Doch genau diese Filme werden hier persifliert, vor allem aber entnahm man das Grundgerüst der Handlung dem bereits 1957 entstandenen Flugzeugkatastrophenfilm 714 antwortet nicht, in dem eine Lebensmittelvergiftung an Bord eines Passagierflugzeugs beinahe zum Absturz führt – genau wie hier. Zumindest auf VHS entfernte man hierzulande aus musikrechtlichen Gründen diverse Gesangseinlagen und tauschte sogar für die Szene, in der der Kinohit „Nur Samstag Nacht“ parodiert wird, den legendären Bee Gees Song „Stayin´ Alive“ gegen einen anderen, random Discosong aus. Glücklicherweise sind all´ diese Zensuren im digitalen Zeitalter wieder korrigiert worden.
In „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ ist es der Trans-American Flug 209 von Los Angeles nach Chicago, der aufgrund eines Fischgerichts in die Bredouille gerät. An Bord befindet sich das A und O eines zünftigen Katastrophenfilms. Von einer Nonne (Maureen McGovern), bis zum kleinen Mädchen (Jill Whelan), welches sich auf dem Weg zu einer Herztransplantation befindet, ist hier alles vorhanden. Natürlich gibt es auch den potenziellen Helden, hier in Form von Ted Striker (Robert Hays), einem ehemaligen Kampfbomberpiloten mit Kriegstraumata, dem schon der Schweiß ausbricht, wenn er nur ans Fliegen denkt und der letztlich über sich hinauswachsen wird. Sehr zur Freude seiner Ex-Freundin Elaine (Julie Hagerty), die als Stewardess an Bord arbeitet und endlich wieder den Mann in ihm erkennt, der er einmal war.
Comedyhighlights sind aber der pädophile Captain Oveur (Peter Graves), der vom Boden aus im Tower das Geschehen beobachtende und die Situation klärende Steve McCroskey (Lloyd Bridges) und natürlich der an Bord befindliche Dr. Rumack, den kein Geringerer als Leslie Nielsen verkörpert und der hier seinen Comedyeinstand gab. Kaum zu glauben, dass er im selben Jahr im Horrorschocker „Prom Night“ bierernst auftrat. Für ihn war es nicht die letzte Zusammenarbeit mit dem ZAZ-Team. Zwei Jahre später folgte bereits die Mini-Serie „Die nackte Pistole“ aka „Police Squad!“, Vorlage des besten Films des Comedyteams ZAZ, nämlich „Die nackte Kanone“, der ja bekanntermaßen kürzlich ein spätes Sequel mit Liam Neeson verpasst bekam.
Ganz so treffsicher wie der erste Auftritt von Lt. Frank Drebin im Kino war „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ zwar noch nicht, dank einer unfassbar hohen Gag-Dichte findet sich aber immer noch jede Filmminute mindestens ein Schenkelklopfer, der auch heute noch zu Lachanfällen führt. Die Sichtung mit meinen Kids beweist, dass der Humor auch heute noch greift. Natürlich würde man sich mittlerweile viele Gags nicht mehr trauen, da sie als bösartig oder gar rassistisch durchgehen würden, wer aber seine Toleranzgrenze für 90 Minuten einmal abstellen kann, der wird herrlich bespaßt. Das Geheimnis des Erfolges war wohl auch die Tatsache, dass alle Beteiligten todernst ihre eigentlich albernen Szenen spielten, was einen besonderen Witz hervorrief. Schön, dass dieses Genre jetzt wieder auflebt. Erst mit einem Legacy-Sequel, demnächst in Form von „Scary Movie 6“.
Den Kultfilm könnt Ihr derzeit auf mehreren Streaming-Plattformen finden. Oftmals sogar im Paket inkludiert.
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