Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

STARMAN

John Carpenter ist in den Köpfen der Filmfans ein Meister in Sachen Horror, Thriller und Gewaltkino. Dass er auch anders kann, bewies er 1984, als er die Regiearbeit am romantischen Science-Fiction-Drama „Starman“ mit Jeff Bridges in der Titelrolle übernahm. Ein toller Film, den ich Euch heute nahelegen möchte.

Die Idee hinter „Starman“ ist ziemlich genial und beruht auf einer kleinen Tatsache. Denn im Jahr 1977 schickte man die beiden interstellaren Raumsonden Voyager 1 und 2 jeweils mit einer goldenen Datenplatte ausgestattet ins Weltall. Auf diesen Platten waren Grußbotschaften an mögliche Aliens in verschiedenen Sprachen aufgespielt, um diese damit zu Besuch auf die Erde einzuladen. Diesem Aufruf ist aber niemand nachgekommen, auch wenn ein komischer, orangehäutiger Staats-Chef irgendwie verdächtig wirkt.

Hier aber haben die Aliens die Nachricht entdeckt und so folgt ein Außerirdischer der ins All geschossenen Einladung. Das Militär reagiert jedoch wenig freundlich auf den unangemeldeten Besucher und beschießt den potentiellen Meteoriten, den man hinter dem Raumschiff vermutet, mit Raketen. Dabei wird das Schiff beschädigt und muss notlanden. Der Außerirdische, der körperlich durch eine Art blauen Energiestrahl auftritt, sucht Zuflucht im Haus der jungen Witwe Jenny Hayden (Karen Allen), die sich bei Rotwein und Zigaretten alte Aufnahmen ihres bei einem Unfall verstorbenen Ehemannes Scott (Jeff Bridges) anschaut. Als sie zu Bett geht, nimmt sich das Alien der DNA von Scott auf Basis von Fotos und einer Haarsträhne an. Vor den Augen der entsetzten Jenny mutiert das Wesen von einem Baby zu einem ausgewachsenen Mann in Windeseile – mit dem Aussehen von Scott.

Für die junge Frau selbstverständlich ein Schock, doch der Starman, der nur die Sprachkenntnisse aus der Voyager-Nachricht hat, entführt die junge Frau in ihrem Auto und zwingt sie, ihn ins drei Tage entfernte Arizona zu fahren, wo seine Artgenossen ihn abholen wollen. Zunächst bangt sie um ihr Leben, doch nach und nach lernt ihr Entführer die menschliche Sprache und die Verhaltensweisen unserer Spezies und schnell merkt Jenny, dass der Starman ein gutes Herz hat. Doch die Zeit auf ihrer Reise drängt, denn das Militär ist ihnen bereits auf den Fersen und möchte das Alien für wissenschaftliche Experimente missbrauchen. Glücklicherweise ist der Wissenschaftler Mark Shermin (Charles Martin Smith) überzeugt von der Gutmütigkeit des Aliens und hilft den Verfolgten bei ihrem Roadtrip nach Arizona.

Tatsächlich gelang es John Carpenter, die süßliche Alien-Love-Story gekonnt am Kitsch vorbeizuinszenieren. Ihm und seinen verdammt guten Darstellern ist es zu verdanken, dass Starman auch heute noch zu Herzen geht und keine Sekunde langweilig wirkt. Auch im Bereich Effekte ist der Film äußerst gut gealtert, immerhin haben hier Effekt-Künstler wie Rick Baker, Stan Winston und das legendäre Industrial Light and Magic-Studio ganze Arbeit geleistet. Und wenn hier mal was explodiert, dann kommt der Effekt nicht aus dem Computer, sondern die Pyrotechnik, was richtig toll ausschaut.

Jeff Bridges spielt den Außerirdischen hervorragend und nimmt anfangs die neugierige Körperhaltung eines Vogels ein, während Karen Allen gewohnt zauberhaft agiert. Auch Charles Martin Smith („The Untouchables – Die Unbestechlichen“) spielt überzeugend und sympathisch. Schade, dass John Carpenter, nachdem sein Nachfolgefilm „Big Trouble in little China“ aufgrund miesen Marketings floppte, von den Major-Studios fallengelassen wurde. Der Mann war stets talentiert, bei hohen Budgets aber leider recht glücklos an der Box Office. Dies sollte Euch aber nicht abhalten, „Starman“ eine Chance zu geben.

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