Start-up

Neues aus der Start-up Ecke – März 2026

Starke Ideen, starke Frauen: Warum Gründerinnen gezielte Unterstützung benötigen

Als Leitung der gemeinsamen Gründungsberatung an der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck sehe ich täglich, wie viel Innovationskraft, Kreativität und wissenschaftliche Exzellenz in unseren Laboren, Seminarräumen und auf dem gesamten Hanse Innovation Campus Lübeck vorhanden ist. Und ich erlebe ebenso deutlich, die meisten Personen, die zu uns zur Gründungsberatung kommen, sind Männer. Frauen sind immer noch unterrepräsentiert, obwohl sie fachlich, strategisch und persönlich hervorragend aufgestellt sind.

In Beratungsgesprächen mit Gründerinnen höre ich häufig Sätze wie: „Ich bin noch nicht bereit“, „Ich brauche erst mehr Erfahrung“ oder „die Idee ist noch nicht ausgereift genug“. Männer mit vergleichbarer Qualifikation äußern solche Zweifel seltener. Das hat weniger mit Kompetenz zu tun als mit vorhandenen Rollenbildern. Frauen bewerten sich kritischer, planen vorsichtiger und tragen häufig ein höheres Sicherheitsbedürfnis mit sich gerade in technologieorientierten Bereichen.

Zusätzlich sind in vielen Disziplinen wie im Maschinenbau, in der Informatik oder in den Ingenieurwissenschaften Frauen noch immer in der Minderheit. Wer selten Vorbilder sieht, für den erscheint der eigene Weg riskanter.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Während Angestelltenmodelle zumindest formal geregelte Elternzeiten und Teilzeitoptionen bieten, ist eine Gründung mit größerer Unsicherheit verbunden.

Gerade Universitäten und Hochschulen können hier eine zentrale Rolle spielen durch Sichtbarkeit von Role Models und Mentoring-Programme speziell für Wissenschaftlerinnen. Wenn eine Postdoktorandin weiß, dass sie ihre Gründungsidee auch mit Kind realisieren kann, kann das Entscheidungsprozesse fundamental verändern.

Der Wandel beginnt somit im Seminarraum, wenn Professor*innen Gründerinnen genauso selbstverständlich als Fallbeispiele nennen wie Gründer. Er beginnt in Forschungsgruppen, wenn wissenschaftliche Mitarbeiterinnen ermutigt werden, ihre Ergebnisse zu kommerzialisieren. Und er beginnt in der Beratung, wenn wir nicht nur fragen: „Ist das finanzierbar?“, sondern auch: „Was brauchen Sie, um sich diesen Schritt zuzutrauen?“

Als Gründungsberatung sehen wir unsere Aufgabe nicht nur in der Unterstützung von Businessplänen und Finanzierungsstrategien. Wir arbeiten an Mindsets und schaffen geschützte Räume für Ideenworkshops und Netzwerkveranstaltungen nur für Frauen. Wir vermitteln Mentorinnen aus Wirtschaft und Forschung. Und wir sprechen offen über strukturelle Hürden.

Förderprogramme wie EXIST Women reagieren ebenfalls zunehmend darauf. Mit EXIST Women werden Gründerinnen dabei unterstützt, ihre Gründerinnenpersönlichkeit und ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Über mehrere Monate können die Gründerinnen sich im geschützten Rahmen mit anderen Gründerinnen und ihrer Mentorin austauschen, an Workshops teilnehmen, Gründungsberatung erhalten und sich ein Netzwerk aufbauen.

Ziel ist, Dich als Gründerin zu stärken und Deine starke Idee auf den Weg zu bringen.

Wenn du als Gründerin Interesse hast an dem Förderprogramm EXIST Women, dann melde Dich bei uns. Bis zum 15.03.2026 kannst Du Dich bei vielen Hochschulen in Schleswig-Holstein für einen Platz bewerben.

Photo Credits: Claudia Linde – Gründer Cube

Adresse: GründerCube, Maria-Goeppert-Straße 1 a, 23552 Lübeck
Website: www.gruendercube.de

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