Kanal

Lübeck drängt auf Instandhaltung am ELK

Zwischenlösung statt Vollausbau in Jahrzehnten

Die Hansestadt Lübeck fordert eine verlässliche Instandhaltung Elbe-Lübeck-Kanal, um den Hafen besser mit dem europäischen Binnenwasserstraßennetz zu verbinden und Güterverkehr stärker von der Straße auf Schiene und Wasser zu verlagern. Die Bürgerschaft beschloss am 27. November 2025 eine von der Lübeck Port Authority erarbeitete Vorlage (VO/2025/14431-01), die den Erhalt des Kanals als Güterverkehrsader bekräftigt und Schritte zu einer effizienteren Nutzung skizziert.

Als einziger deutscher Ostseehafen mit direkter Anbindung an das Binnenwasserstraßennetz sieht der Port of Lübeck im ELK ein Standortplus. Nach Darstellung der Stadt liegen Kapazitäten auf dem Kanal derzeit brach; eine stärkere Nutzung könnte Straße und Schiene entlasten. Besonders Massengüter wie Getreide, Schrott, Kiese und Splitte gelten als geeignete Ladungen, während auf Straße und Schiene Raum für schnell drehende Verkehre entstehen könnte.

Der Bund stufte den Vollausbau, der 2016 im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden war, inzwischen in der Planung zurück. Einschätzungen der LPA zufolge würde ein Vollausbau erst in 20 bis 30 Jahren Wirkung entfalten und bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten. Zudem verweist Lübeck auf abwandernde Kunden und auf einen deutlichen Rückgang der transportierten Ladung, nachdem die Donnerschleuse für sechs Monate gesperrt war.

Die Hansestadt setzt deshalb auf eine Zwischenlösung: Instandhaltung und Modernisierung der Schleusen sollen die Zuverlässigkeit erhöhen, flankiert von Förderprogrammen für neue, ELK-taugliche Binnenschiffe, möglichst mit klimafreundlichen Antrieben. Genannt werden zudem bundesweite Herausforderungen wie Fachkräftemangel, veraltete Infrastruktur, zu wenige passende Schiffe und sinkende Wasserstände in Dürreperioden. Langfristig könnte der Kanal laut einem Gutachten des Fraunhofer CML auch für autonome Binnenschifffahrt geeignet sein.

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