Moltkestraße Straßenschild

Lübecker Straßen: Moltkestraße

Vom Falkenfeld zur Gründerzeit-Allee

Die Moltkestraße in Lübeck ist eine etwa 1,2 Kilometer lange Allee im Stadtteil St. Jürgen. Sie beginnt an der Hüxtertorallee und führt stadtauswärts über die Wakenitz zum Moltkeplatz. Die Straße bildet die südliche Grenze des mittelalterlichen Falkenfeldes und stellt eine wichtige Verbindung nach Brandenbaum sowie nach Mecklenburg über Schlutup und Herrnburg dar.

Benannt wurde die Straße nach dem Lübecker Ehrenbürger Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke. Angelegt wurde die Moltkestraße 1892 auf Initiative des Baurats Ferdinand Wallbrecht aus Hannover, der auch die erste Brücke über die Wakenitz an dieser Stelle auf eigene Kosten errichten ließ. Ziel war es, das Gelände des früheren Hofs Marli zu erschließen, auf dem 1895 die Deutsch-Nordische Handels- und Industrieausstellung stattfand, die von den Lübecker Bürgern auch als Weltausstellung bezeichnet wurde. Die Ausstellung hatte eine Fläche von 140.000 Quadratmetern und sollte Lübeck als Industriestandort fördern.

Die Bebauung der Moltkestraße stammt überwiegend aus der Gründerzeit und steht aufgrund ihrer geschlossenen Struktur unter Ensembleschutz. Die Gebäude sind meist mehrstöckige Wohnhäuser mit Etagenwohnungen, die zur Straßenseite hin häufig mit Kachelöfen und Stuckdecken ausgestattet sind. Viele Häuser verfügen über Gärten sowohl zur Straßenseite als auch auf der Rückseite. Seit den 1970er Jahren wurden die Gebäude aufwändig saniert. Heute dienen sie überwiegend zu Wohnzwecken; in einigen Häusern haben auch Ärzte, Baufirmen und Architekturbüros ihren Sitz.

Die Moltkestraße ist somit nicht nur ein historischer Ort mit Bezug zur Militärgeschichte, sondern auch ein Beispiel für die städtebauliche Entwicklung Lübecks im späten 19. Jahrhundert.

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Photo Credits: AI

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