Das Ende des Lübecker Kreuzwegs
Symbolik und sakrale Bedeutung
Das aus Kalkstein gearbeitete Relief hebt die sakrale Bedeutung der Kreuzigung eindrucksvoll hervor. Vier Engel schweben um das Kreuz und fangen das Blut Christi in Messkelchen auf – ein deutlicher Verweis auf das Opfer und die Eucharistie. Die Gebeine am Kreuzesstamm kennzeichnen den Hügel als Kalvarienberg und verankern die Szene in der christlichen Tradition. Gleichzeitig verweist das Wappen des Stifters auf die Stiftungsgeschichte und die enge Verbindung zwischen Frömmigkeit und bürgerlichem Engagement in Lübeck.
Ein Kreuzweg mit Geschichte
Der Lübecker Kaufmann Hinrich Konstin initiierte den Kreuzweg 1468 nach einer Pilgerreise ins Heilige Land. Die Route führte über 1650 Meter durch Lübeck und sollte die Via Dolorosa in Jerusalem nachbilden. Nach Konstins Tod 1482 stellte die Stadt den Kreuzweg fertig. Im Zuge der Reformation verlor er an Bedeutung, und fünf der sieben Stationen wurden später zerstört. Im Zuge der Reformation verlor er jedoch an Bedeutung, und fünf der ursprünglich sieben Stationen wurden im 17. und 18. Jahrhundert zerstört.
Lebendiges Erbe
Heute existieren nur noch die erste und letzte Station. Seit 1994 wird der Lübecker Kreuzweg am Karfreitag wieder gemeinsam von Protestanten und Katholiken begangen und erinnert so an seine tief verwurzelte Tradition.
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Photo Credits: A.S
Adresse: Jerusalemsberg, St. Gertrud
Website: Kunst im Öff. Raum Lübeck
