Zwischen Fürsorge und Funktion
In diesem Beitrag geht es um das Jahr 1683, in dem das traditionsreiche Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck eine neue Ausrichtung erhält. Die medizinische Versorgung und soziale Betreuung werden erstmals institutionell gebündelt.
Das Heiligen-Geist-Hospital wird zur Einrichtung für Kranke
Das Heiligen-Geist-Hospital, bereits seit dem Mittelalter eine bedeutende soziale Stiftung, wird 1683 durch eine gezielte Umstrukturierung stärker auf die Versorgung kranker und hilfsbedürftiger Menschen ausgerichtet. Zwar diente es schon vorher der Armenpflege, doch erst jetzt begann man, es systematisch als eine Art Krankenhaus für die unteren Schichten zu betreiben.
Dies geschah im Rahmen eines allgemeinen Wandels im Umgang mit Krankheit und Armut. Während in früheren Jahrhunderten vorrangig Almosen gegeben wurden, richtete sich nun der Fokus auf eine geordnete medizinische Betreuung – so gut es die Verhältnisse zuließen. Neben der Pflege stand auch die Seelsorge im Mittelpunkt.
Diese Entwicklung macht deutlich, wie Lübeck im 17. Jahrhundert versuchte, mit sozialem Wandel, medizinischen Herausforderungen und dem städtischen Selbstverständnis als fürsorgende Bürgergemeinschaft Schritt zu halten.
