Stadtbibliothek von Lübeck

Unsere Schätze: Stadtbibliothek Lübeck

Das Hirn der Stadt

Wenn der Markt das Herz der Stadt ist, dann bildet die Bibliothek ihr Hirn und Gedächtnis. In der Hansestadt lagern Schätze, die selbst regelmäßigen Lesern oft verborgen bleiben. Unter einem Dach vereint das Haus an der Hundestraße mehrere Einrichtungen: eine stetig wachsende Büchersammlung, die seit dem Dreißigjährigen Krieg besteht, und eine Öffentliche Bibliothek. Dazu kommen Räume aus verschiedenen Jahrhunderten, die mit ihrer eigenen Architektur beeindrucken.

Die Anfänge der Stadtbibliothek Lübeck

Anfang des 17. Jahrhunderts befand sich Europa in einer Medienrevolution. Der Buchdruck war noch jung, Wissen aber von großem Wert. Viele Bürger konnten sich keine Bücher leisten. Der Reformator Johannes Bugenhagen hatte deshalb schon ein Dreivierteljahrhundert zuvor eine neue Bibliothek angeregt. Sie vereinte die Ratsbibliothek sowie die Schätze der Kirchen und Klöster unter einem Dach. Als Standort wählte man das Katharinenkloster. Damit erhielten alle Lübecker Bürger Zugang zu den Beständen – eine echte Neuerung.

Mitte des 18. Jahrhunderts folgte ein entscheidender Schritt: Die Stadtbibliothek wurde Pflichtbibliothek des lübischen Staates. Von jeder in Lübeck gedruckten Schrift musste ein Exemplar eingereicht werden. Diese Regel gilt bis heute. Neben der Universitätsbibliothek und der Landesbibliothek Kiel zählt Lübeck damit zu den drei Pflichtbibliotheken Schleswig-Holsteins. Zur gleichen Zeit vermachte Hinrich Scharbau, Hauptpastor von St. Aegidien, seine private Sammlung von 6.000 Bänden sowie ein Stiftungskapital. Im Scharbausaal, einem ehemaligen Sitzungssaal des Klosters, fand dieser Schatz Platz.

Lübeck Bibliothek

Vom Neuen Haus zu einer Million Schätzen

Nach Weltkrieg und Revolution wuchs die Bibliothek weiter. Neue Stadtteilbibliotheken, Jugendlesesäle und eine Wanderbücherei kamen hinzu. 1926 entstand das Neue Haus mit seiner strengen Fassade, die noch heute den meisten als Gesicht der Bibliothek gilt. Während des Zweiten Weltkriegs brachte man die wertvollsten Stücke nach Sachsen-Anhalt. Ein Teil davon gelangte später als Kriegsbeute in die Sowjetunion.

Heute umfasst die Bibliothek über eine Million Bände. Darunter finden sich wertvolle Inkunabeln und bedeutende Musikalien, etwa das Hugo-Distler-Archiv. Auch die Nachlässe von Friedrich Overbeck und Emanuel Geibel bereichern den Bestand. Neben Büchern und Noten verwahrt die Bibliothek auch Kunstwerke. Viele Gemälde gingen ins Museum der Stadt über, doch ein großer Teil blieb hier. Dazu zählt auch das Porträt von Johannes Bugenhagen, dessen Initiative einst den Grundstein für die Stadtbibliothek legte.

Photo Credits: Bibliothek der Hansestadt Lübeck

Adresse: Hundestraße 5-17, 23552 Lübeck
Website: luebeck.de

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