Goldene Verwandlung
Eine faszinierende Verwandlung
Renée Sintenis’ Skulptur „Daphne“ (1930, Bronze vergoldet) basiert auf der griechischen Mythologie aus Ovids „Metamorphosen“. Die Figur zeigt die Nymphe Daphne, die sich in einen Lorbeerbaum verwandelt, um Apollon zu entkommen. Sintenis fängt den Moment der Metamorphose ein, wobei sich der Körper der Nymphe zum Himmel streckt, ihre Füße tief im Boden verwurzelt sind und ihre Arme als Zweige dem Licht entgegenwachsen. Blätter sprießen aus ihrem Körper. Bereits 1918 schuf Sintenis eine kleinere Version der Figur, die 1930 als „Große Daphne“ nach Lübeck gelangte.
Die Künstlerin hinter der Skulptur
Renée Sintenis, 1888 in Glatz geboren, wurde vor allem für ihre Tierplastiken bekannt. Trotz des Widerstands ihrer Eltern begann sie 1907 ein Studium an der Kunstgewerbeschule Berlin und fand Unterstützung bei ihrem späteren Ehemann, Emil Rudolf Weiß. 1931 wurde sie erste Frau in der Preußischen Akademie der Künste, jedoch 1934 aufgrund ihrer jüdischen Abstammung ausgeschlossen. Nach dem Krieg setzte sie ihre Karriere fort und lehrte an der Hochschule für Bildende Künste. Sintenis’ Entwurf des „Goldenen Bären“ für die Berlinale bleibt ein weiteres Symbol ihres künstlerischen Erbes.
Ein künstlerisches Meisterwerk
Renée Sintenis‘ „Daphne“ bleibt ein herausragendes Beispiel für die Verschmelzung von Mythologie und moderner Kunst. Mit ihrer Skulptur hat sie den Moment der Verwandlung in eine eindrucksvolle, zeitlose Form gebracht.
Photo Credits: A.S
Adresse: Königstraße 11, Bürgergärten
Website: Kunst im öff. Raum Lübeck
