Walter Jahn

Opfer und Verfolgte von Walter Jahn

Ein Denkmal gegen das Vergessen

Walter Jahn schuf 1951 den eindrucksvollen Sgraffito-Zyklus „Opfer und Verfolgte“ für die Gedenkstätte auf dem Vorwerker Friedhof. Mit klaren Linien und reduzierter Bildsprache hält er die Schrecken von Krieg, Verfolgung und Flucht fest und schafft damit ein Mahnmal von tiefgehender Bedeutung.

Ausdrucksstarke Darstellungen von Leid

Die Gedenkstätte, die an einen klösterlichen Kreuzgang erinnert, umschließt einen schlichten Innenhof mit Grünanlage. Hier befindet sich das Grab eines unbekannten Opfers, das mit einer Inschrift versehen ist. Die Sgraffiti an den Wänden zeigen ausgemergelte Gefangene, erschöpfte Flüchtlinge und trauernde Hinterbliebene. Durch schmale, fließende Linien konzentriert Jahn sich auf das Wesentliche und verzichtet bewusst auf überflüssige Details. Die Täter bleiben gesichtslos, als anonyme Soldaten, die nur als bedrohliche Silhouetten erscheinen.

Mahnmal

Walter Jahn – ein Lübecker Künstler

Über Walter Jahn ist wenig bekannt. Er wurde 1903 in Lübeck geboren und arbeitete dort als Bildhauer und Grafiker. Seine Werke, darunter Gedenktafeln am Burgtor und in der Marienkirche, zeigen seine Affinität zu historischen Themen. Besonders mit „Opfer und Verfolgte“ setzte er ein eindrückliches Zeichen gegen das Vergessen. Sein Schüler Georg Weiland arbeitete von 1949 bis 1953 mit ihm. Eine Einzelausstellung 1950 in Lübeck ist nachgewiesen.

Inschrift Mahnmal

Ein bleibendes Mahnmal

Die Gedenkstätte auf dem Vorwerker Friedhof erinnert an fast 3.000 Opfer des Konzentrationslagers Neuengamme. Jahns Kunstwerk bleibt ein wichtiges Symbol gegen Krieg und Verfolgung – ein stiller, aber kraftvoller Appell an die Erinnerung.

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Photo Credits: A.S

Adresse: Friedhofsallee 83, Vorwerker Friedhof
Website: Kunst im öff. Raum Lübeck

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