Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

Der wunderbare Mr. Rogers

Die Adventszeit ist da und es ist an der Zeit, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Da wäre der hierzulande völlig untergegangene Streifen „Der wunderbare Mr. Rogers“ mit Tom Hanks genau das Richtige. Mit Weihnachten hat das Ganze zwar auf dem ersten Blick wenig bis gar nichts zu tun, der Film transportiert aber eine wichtige positive Botschaft, die zutiefst den Geist von Weihnachten in sich trägt.

It’s a beautiful day in this neighborhood
A beautiful day for a neighbor
Would you be mine?
Could you be mine?
It’s a neighborly day in this beauty wood
A neighborly day for a beauty
Would you be mine?
Could you be mine?
I have always wanted to have a neighbor just like you

Mit diesem fröhlichen Songtext auf den Lippen betritt Fred Rogers (Tom Hanks) die Kulisse seines Wohnhauses in der Vorschulkindersendung „Mister Rogers’ Neighborhood“. Der stets fröhliche Moderator wechselt, während er singt, seine Straßenschuhe gegen ein bequemeres Paar und zieht sich die Strickjacke über. Mit stets ruhiger Stimme, erklärt er den Kindern, dass es wichtig ist, immer freundlich zueinander zu sein und Konflikte friedlich aus der Welt zu schaffen. Werte, die damals (die Sendung lief bis 2001 im amerikanischen Kinderfernsehen) wie heute absolut richtig und wichtig sind.

Dann öffnet Mr. Rogers ein Türchen auf der Tafel neben ihm und legt die Sicht frei auf einen traurig aussehenden Mann, der offenkundig ein paar auf die Nase bekommen hat. Er erzählt uns, dass es sich um seinen Freund Lloyd Vogel (Matthew Rhys) handelt, der mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Damit befinden wir uns dann auch in der eigentlichen Handlung von Der wunderbare Mr. Rogers, denn im zentralen Mittelpunkt steht nicht der dauerfreundliche Moderator der Kindersendung, sondern der fiktive Lloyd, ein mürrischer Journalist, der immer das Negative sucht und damit beauftragt wird, ein 400 Worte langes Loblied auf den allseits beliebten Mr. Rogers zu schreiben. Doch Lloyd denkt gar nicht daran, ohne genauere Recherche seinen Artikel zu verfassen. Er bittet Mr. Rogers um ein Interview, um hinter die Fassade des netten Onkels zu blicken. Dieser willigt einem Treffen sofort zu, lernt er doch nur zu gerne neue Menschen kennen, um diese von seiner Herzenswärme zu überzeugen und anzustecken. Und da hat er mit Lloyd genau den richtigen Kandidaten, denn der frische Familienvater hat so seine Probleme mit seiner Rolle und überlässt seiner Frau Andrea (Susan Kelechi Watson) die Erziehung im Alleingang. Sein Drücken vor der Verantwortung liegt tief verwurzelt in einem andauernden Streit mit seinem Vater Jerry (Chris Cooper), der sich damals, als Lloyds Mutter im Sterben lag, lieber mit anderen Frauen amüsierte, statt für seine Familie da zu sein. Als beide, kurz vor dem Interviewtermin mit Mr. Rogers, auf einer Hochzeit aufeinandertreffen, eskaliert die Situation in einer Schlägerei. Mit Blessuren im Gesicht, besucht Lloyd den TV-Moderator schließlich am Set und führt ein Interview, bei dem der Fragensteller schließlich mehr von sich preisgibt, als ihm lieb ist. Doch auch ein Griesgram wie Lloyd Vogel kann sich nicht dem Zauber und der Herzensgüte des Mr. Rogers entziehen…

Die Geschichte, die uns Regisseurin Marielle Heller hier auftischt, ist von der ersten Sekunde an durchschaubar. Natürlich wandelt sich Lloyd im Laufe der Handlung aufgrund seiner Erfahrungen mit Fred Rogers vom Saulus zum Paulus, das ist kein Spoiler. Wer also einen Film sucht, der mit einer überraschenden Geschichte aufwarten kann, der ist hier falsch. Auch sollte man einer gehörigen Portion Kitsch gegenüber nicht abgeneigt sein. Doch wenn man damit kein Problem hat (und in der Weihnachtszeit gehört Kitsch nun einmal dazu), erwartet einen ein liebevoll inszeniertes Rührstück mit ausgezeichneten Darstellern. Hierbei sticht Tom Hanks natürlich mit weitem Vorsprung heraus, verkörpert er den langsam sprechenden, stets gut gelaunten Moderator doch fast schon schlafwandlerischer Brillanz. Hanks beweist hier erneut, dass er immer noch zu den ganz Großen in der Traumfabrik gehört. Das soll allerdings die Leistungen der anderen Darsteller nicht schmälern, verrichten doch alle einen ordentlichen Job.

Die Inszenierung Hellers passt dabei wie die Faust aufs Auge, wechselt der Film doch immer wieder in die Vorschulprogramm-Welt des Mr. Rogers. Sprich, jedes Mal, wenn Lloyd von A nach B reist, sehen wir die Fahrt oder den Flug in Stop-Motion-Trickfilmoptik im 4:3 Format. Eine witzige Idee, ebenso wie die anfängliche Einführung des Journalisten im Rahmen der Kindersendung.

„Der wunderbare Mr. Rogers“ eignet sich wunderbar, damit die ganze Familie (FSK ab 0 Jahren freigegeben) aus dem Vorweihnachtsstress einmal für 109 Minuten entfliehen kann. Die äußerst wichtigen Weisheiten des leider im Jahr 2003 an Krebs verstorbenen Mr. Fred Rogers müssen weiterleben.

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