Lübeck – Barcamp: Der Tag, an dem Lübeck kurz beschleunigte.
Freitagmorgen – kurz nach halb neun.
Ich befinde mich im Übergang von müde zu aufnahmefähig.
Und zufälligerweise – na ja, halb zufällig – vor dem Übergangshaus.
Ich war angemeldet fürs Barcamp Lübeck.
Keine Ahnung, was das ist.
War neugierig.
Hatte keine Erwartungen.
Konnte also von vornherein gar nicht enttäuscht werden.
Und siehe da: Es war ganz anders.
Anders gut.
Ich hab mich voll drauf eingelassen.
Tolle Menschen getroffen.
Nette Gespräche geführt.
Und volle Kanne was gelernt.
Der Ablauf?
Ganz einfach.
Es gibt kein Programm.
Es gibt nur Menschen.
Und Menschen machen Sessions.
Man stellt sich vorne hin und sagt:
„Ich hab da was.“
Und wenn genügend Leute nicken, gibt’s dafür einen Raum.
Demokratie wie aus dem Baukasten – nur mit Kaffee.
Meine erste Session:
„Open Source in Schleswig-Holstein.“
Netter Vortrag.
Nerdzeug.
Mit den Keywords „Scheiße“, „Arsch“ und „Kack“.
Also eigentlich genau mein Wortschatz, aber inhaltlich – nennen wir’s: überschaubarer Erkenntnisgewinn.
Danach:
„Sichtbarer werden bei Google“.
Hab ich direkt angewendet.
Ich kann mich jetzt besser sehen.
Sehr praktisch, wenn man sich selbst sucht.
Mittagessen:
Lecker.
Passiert nicht oft bei Großveranstaltungen.
Manchmal schmeckt’s ja nach „Die Küche gibt ihr Bestes – und verliert“.
Aber hier: Wirklich gut.
Dann weiter:
„Nachhaltig Netzwerken“ (klingt wie Speed-Dating mit Pflanzen).
„Die Kunst der Fragen“ (selbstironisch: sehr viele Fragen, wenige Antworten).
„Paradox Mindset“ (ein bisschen Buzzword-Bingo, ein bisschen Gehirnakrobatik).
Und zum Schluss mein Highlight:
„Stimmung, Stimme, Innovation“.
Was haben wir gelacht.
Es war nämlich: lach-yoga.
Versteckt.
Getarnt.
Wie ein Ninja-Giggeln.
Ich schwöre:
Eine Runde davon und sogar der frozen Lübecker würde kurz auftauen.
Alles in allem:
Es war schön.
Gut organisiert.
Herzlich.
Neugierig.
Die richtige Mischung aus Chaos und Struktur.
Und ich bin beim nächsten Mal wieder dabei.
Mit Session.
Oder ohne.
Aber auf jeden Fall: mit Lächeln.
Über den Autor
Alexander Lachmann, bringt Kunst und Worte oder beides auf neue Bühnen. Eigentlich Creative Director für Text und Konzept, also Werber. Aber eben auch Künstler. Ideenmensch. Beobachter.
Auf seiner Website iwrotethisshit.com zeigt er Arbeiten aus der Werbung. Seine Kunst-Website alexanderlachmann.de zeigt seine Kunst. Logisch. Seine Kolumnen hier sind spitz, pointiert und manchmal so gnadenlos ehrlich, dass sie fast schon wehtun – aber immer mit Charme.
Kurz gesagt: Einer, der Worte ernst nimmt. Und gleichzeitig leicht genug, um sie fliegen zu lassen.
Photo Credits: Alexander Lachmann
Websites: iwrotethisshit.com | alexanderlachmann.de
