Vom „Rückenweg“ zur Altstadtgasse
Die Schildstraße in Lübeck ist eine etwa 80 Meter lange Straße im südöstlichen Teil der Altstadtinsel (Johannis Quartier). Sie verläuft parallel zur Aegidienstraße und verbindet diese mit der St.-Annen-Straße. Die Straße bildet die südliche Begrenzung des Aegidienkirchhofs.
Ursprünglich galt die Schildstraße nicht als eigenständige Straße, sondern wurde über Jahrhunderte als Teil der 1286 erstmals urkundlich belegten Aegidienstraße betrachtet. Zur Unterscheidung der beiden Zweige trug die heutige Schildstraße den Namenszusatz up dem Ruggen (auf dem Rücken). Erst 1884 wurde der südliche Arm der Aegidienstraße zur eigenständigen Straße erklärt und erhielt ihren bis heute gültigen Namen zugewiesen.
Der Name „Schildstraße“ leitet sich von den mittelalterlichen Eigennamen der Häuser an ihrer Nordseite ab, die bereits 1365 in Dokumenten als To dem Schilde bezeichnet wurden. Diese Bezeichnung verweist auf die Form der Häuser, die an Schilde erinnerten.
Die Schildstraße blieb beim Luftangriff vom 29. März 1942 von Zerstörungen größtenteils verschont und weist daher ein weitgehend erhaltenes historisches Straßenbild auf. Unter den erhaltenen Bauwerken befinden sich das 1759 errichtete spätbarocke Stadtpalais Brömserhof (Schildstraße 12–14) und das 1882 errichtete Logenhaus an der Ecke Schildstraße/St.-Annen-Straße.
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