Breakdown
Der Highway birgt so manche Gefahr, warnt uns Hollywood seit Jahren. Kommst Du vom Weg ab, erwarten Dich üble Mutanten oder die Saw-Family, nimmst Du einen Anhalter mit, könnte es ein Highway-Killer sein – und vor allem, hüte Dich vor Trucker-Fahrern, das wusste schon Steven Spielberg und später durfte es auch Paul Walker erfahren. Vor allem aber, gib auf Deine Frau acht, denn sie könnte spurlos verschwinden. So wie in dem Action-Thriller „Breakdown“, in dem Kurt Russell verzweifelt um das Leben seiner Liebsten kämpft.
Sachen gibt´s. Kurt Russell ließ sich eine kostspielige Klausel in seinen Darsteller-Vertrag für den Dreh von „Breakdown“ hineinschreiben. Er wollte nämlich während des Drehs nicht auf seine Familie verzichten und ließ sich daher täglich mit dem Hubschrauber aus Los Angeles ans Set fliegen – und wieder zurück, eine garantierte, tägliche 12-Stunden-Pause inklusive. Klingt nicht danach, dass Russell hier viel Herzblut investieren wollte. Doch er tat es und lieferte eine seiner besten Leistungen in einem wirklich packenden Hollywood-Action-Thriller ab.
Das Ehepaar Jeff (Kurt Russell) und Amy Taylor (Kathleen Quinlan) reist, zwecks Umzugs, mit dem Auto quer durch die USA. Nach einem beinahe Unfall mit einem bedrohlichen Einheimischen namens Earl (M.C. Gainey), erleidet das Paar eine Autopanne – mitten in der menschenleeren Wüste. Doch, Glück im Unglück, kreuzt der Trucker Red Barr (J.T. Walsh) ihren Weg und bietet Hilfe an. Und so steigt Amy zu dem Unbekannten in den Laster, um am nächsten Truck Stop eine Werkstatt zu kontaktieren, während Jeff beim Auto wartet.
Nach kurzer Wartezeit bemerkt Jeff, dass sich ein Kabel im Motorblock gelöst hat und bringt die Karre wieder zum Laufen. Also begibt er sich zu dem Diner, in dem Amy telefonieren wollte, doch dort ist sie scheinbar nie aufgetaucht. Jeff begibt sich sofort auf die Suche nach dem Trucker und sein Gefährt und wird auch schnell fündig – doch von Amy fehlt jede Spur und Red Barr leugnet, vor den Augen eines Sheriffs (Rex Linn), jemals Amy oder Jeff getroffen zu haben. Eine verzwickte Situation, doch Jeff ist keinesfalls bereit, aufzugeben und begibt sich auf die Jagd nach Red Barr und seiner Frau.
Wow – ich hatte gar nicht mehr auf dem Zettel, was „Breakdown“ für ein packender, schweißtreibender Action-Thriller ist. Der Film ist knackig kurz (93 Minuten) und beschränkt sich auf das Wesentliche. Ehepaar Taylor fährt durch die Wüste (gedreht wurde in Arizona und Kalifornien) und nur wenige Filmminuten später ist Amy verschwunden (ähnlich wie im 1988´er Thriller „Spurlos verschwunden“ oder dessen amerikanisiertem Remake „Spurlos“) und nur wenige Minuten später sind die Messer auch schon gewetzt und die Jagd beginnt. Eine Hetzjagd, die bis zum Abspann keine Verschnaufpause einnimmt und sich zunehmend vom Thriller zum kompetent inszenierten Action-Kracher mausert. Etwas, was Regisseur Jonathan Mostow, der leider nur wenige Filme inszenierte, auch im zwar unnötigen, jedoch unterhaltsamen, Sequel „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ ebenfalls vollzieht (Schlagt mich, aber ich mag den Film).
Sehenswert ist „Breakdown“ aber nicht nur wegen der Action, sondern vor allem auch wegen der durchweg hervorragenden Mimen (auch wenn Kathleen Quinlan handlungsbedingt natürlich nur wenig Screentime zur Verfügung stand). Das Duell zwischen Kurt Russell und J.T. Walsh ist wirklich stark von beiden gespielt. Ein Jammer, dass J.T. Walsh, der in vielen tollen Filmen (u.a. „Good Morning Vietnam“, „Pleasantville“, „Eine Frage der Ehre“) bereits 1998, im Alter von nur 54 Jahren, an einer Herzattacke verstarb.
„Breakdown“ könnt Ihr derzeit bei Paramount+ im Abo streamen.
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