RoboCop (1987)
Als „RoboCop“ seinerzeit in den Kinos anlief, erwarteten die meisten Zuschauer einen simplen, hirnlosen SciFi-Actionkracher. Doch da hatten sie die Rechnung ohne den visionären Holländer Paul Verhoeven gemacht, der hiermit seinen krachenden Hollywood-Einstand hinlegte, dem weitere Meilensteine folgen sollten. Mit „RoboCop“ gelang ihm eine bitterböse Satire, die sich nach und nach zum Kultfilm entwickelte. Zwei Fortsetzungen, eine TV-Serie, ein Remake und sogar eine Zeichentrickserie für die lieben Kleinen sollten folgen. Doch nichts davon konnte an die Qualitäten des Erstlings heranreichen, den ich Euch heute einmal ans Herz legen möchte.
Der alte Blechbulle hatte es bei uns nicht leicht. Nicht nur, dass die bereits kastrierte US-Kinofassung noch zusätzliche Federn bei der FSK-Freigabe lassen musste, „RoboCop“ wurde natürlich außerdem noch bis Ende 2013 auf den Index verbannt. Mittlerweile ist man aber auch bei uns zur Besinnung gekommen und hat sogar den unzensierten Directors Cut für die Massen freigegeben. Willkommen im 21. Jahrhundert.
„RoboCop“ spielt in einer fiktiven, nahen Zukunft der US-Stadt Detroit. Diese ist mittlerweile privatisiert worden und gehört dem Konzern Omni Consumer Products, kurz OCP. Da die Firmenleitung plant, Detroit in eine moderne Metropole mit dem Namen Delta City umzubauen, werden die geforderten Gehaltszahlungen und Personalaufstockungen der überforderten, örtlichen Polizei ignoriert, was zu Streikandrohungen seitens der Gesetzeshüter führt. Die Stadt mutiert mehr und mehr zu einem Sündenpfuhl.
Dem alten OCP-Firmenchef (Dan O’Herlihy) und seinen Leuten ist das Schicksal der aufrechten Polizisten, die reihenweise ihr Leben lassen, herzlich egal. Ihm schwebt eine Stadt, kontrolliert von einer Roboterpolizei der OCP, vor. Doch der Prototyp des von Firmen-Vizepräsident Richard „Dick“ Jones (Ronny Cox) entworfenen Roboter-Cops ED-209 versagt kläglich, was dem ehrgeizigen Jungmitarbeiter Robert Morton (Miguel Ferrer) zugutekommt. Sein Ersatz-Plan zu RoboCop, einer Mensch-Maschine, bekommt den Zuschlag. Was jetzt nur noch fehlt ist ein Freiwilliger, der sich bereitwillig zur Supercop-Maschine umbauen lässt.
Womit wir bei dem ehrbaren Polizisten Alex Murphy (Peter Weller) angekommen sind. Der glückliche Ehemann und Familienvater bestreitet gerade seinen ersten Einsatztag in Detroit mit seiner knallharten Kollegin Officer Anne Lewis (Nancy Allen), die gemeinsam der Bankräuberbande von Clarence Boddicker (Kurtwood Smith) auf die Schliche kommen und, mangels Verstärkung, das Versteck der Gangster im Alleingang stürmen. Keine gute Idee, denn während Lewis lediglich überwältigt und bewusstlos geschlagen wird, schießen die Gangster den aufrechten Murphy in Fetzen, bevor sie fliehen.
Da es den Ärzten unmöglich ist, das Leben von Alex Murphy auf herkömmlichem Wege zu retten, hat OCP somit ihren Freiwilligen. Murphys Gehirn und Teile seines Körpers werden eingebaut in den neuen Supercop, sein Gedächtnis gelöscht und wenige Wochen später ist er schließlich einsatzbereit. RoboCop ist geboren und überzeugt, dank seiner Zielgenauigkeit, Stärke und Unverwundbarkeit, sofort die Firmenleitung, wie auch die Bevölkerung. Doch als Officer Lewis ihren alten Partner wiedererkennt und ihn auf seinen Namen anspricht, erlangt der Superbulle nach und nach Erinnerungsfetzen zurück und somit auch die Erinnerung an Boddicker und seine Bluthunde. RoboCop sinnt auf Rache und Gerechtigkeit und entdeckt auf seiner Jagd, dass die Verantwortlichen für sein Ableben in der Firmenzentrale von OCP zu finden sind.
„RoboCop“ war 1987 ein bahnbrechender, satirischer Sci-Fi-Action-Kracher. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn natürlich die ein oder andere Stop-Motion-Aufnahme des ED-209 nach heutigen Sehgewohnheiten ein wenig lachhaft wirken mag. Das macht aber alles nichts, da „RoboCop“ sich nicht allzu ernst nimmt und stets ein Augenzwinkern parat hält, etwa bei den eingespielten Fake-Werbeblöcken oder dem geretteten Beinahe-Vergewaltigungsopfer, dem RoboCop die nötige Empathie nicht entgegenbringen kann. Paul Verhoeven schuf hier ein kleines, höchst unterhaltsames Meisterwerk, mit vielen kreativen Ideen und tollen Darstellern. Punkt.
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