Engelswisch Straßenschild

Lübecker Straßen: Engelswisch

Vom Goldoghenstrate zur Englischen Wiese

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Straße Engelswisch, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Sie liegt in der Lübecker Altstadtinsel und verläuft in unmittelbarer Nähe zur Untertrave. Ihre Lage und der Name spiegeln die historischen Entwicklungen der Stadt wider – vom Patriziersitz bis zum Hafenviertel.

Erstmals erwähnt wurde die Straße im 14. Jahrhundert als Goldoghenstrate, benannt nach der angesehenen Ratsherrenfamilie Goldoge. Im Laufe der Zeit änderte sich die Bezeichnung: Ab dem 16. Jahrhundert findet sich die Form Englische Wisch, wobei „Wisch“ im Niederdeutschen „Wiese“ bedeutet. Die Namensänderung ist vermutlich auf den Volksmund zurückzuführen, der den alten Familiennamen nicht mehr kannte oder verstand.

Seit 1852 ist der heutige Straßenname Engelswisch amtlich festgelegt. Der Name erinnert heute nicht mehr an eine Patrizierfamilie, sondern weckt eher Assoziationen zu idyllischen Wiesen – ein reizvoller Kontrast zur historischen Bebauung des Altstadtensembles, das zum UNESCO-Welterbe gehört.

Photo Credits: AI

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