Pilze

Vorsicht vor Pilzvergiftungen in Lübeck

Sicher Pilze sammeln

Die Pilzsaison startet, und damit wächst das Risiko. Feuchte, milde Wochen lassen in Lübeck und Umgebung viele Pilze sprießen. Das freut Sammler, erhöht aber zugleich die Gefahr von Verwechslungen. Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ‑Nord) meldet in feuchten Sommer- und frühen Herbstmonaten spürbar mehr Anfragen. Die AOK NordWest warnt deshalb: Ohne sichere Kenntnis keine Pilzmahlzeit.

Viele Giftpilze ähneln essbaren Arten. Unerfahrene erkennen die Unterschiede oft nicht. Das kann schwere Vergiftungen auslösen. Besonders gefürchtet ist der Knollenblätterpilz. Er wird immer wieder mit Champignons verwechselt. Die Folgen sind gravierend: Innerhalb von 24 Stunden treten häufig starkes Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf. Schon ein einzelner Pilz kann bei Kindern lebensbedrohlich sein. In Deutschland existieren mehrere tausend Pilzarten, davon rund 200 giftige.

Umso wichtiger ist vorsichtiges Vorgehen. Sammeln Sie nur Arten, die Sie sicher bestimmen können. Nutzen Sie ein gutes Bestimmungsbuch. Ziehen Sie Pilzsachverständige oder sehr erfahrene Sammler hinzu. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie bietet hilfreiche Informationen. Ebenso gilt: Verdorbene oder falsch zubereitete Speisepilze können ebenfalls Beschwerden verursachen.

Treten nach einer Pilzmahlzeit Übelkeit, Schmerzen, Schwindel oder Missempfindungen auf, handeln Sie sofort. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Bringen Sie Pilzreste oder Erbrochenes zur Identifikation mit. Informieren Sie alle, die mitgegessen haben, damit auch sie sich untersuchen lassen.

Für die medizinische Beratung steht das GIZ‑Nord rund um die Uhr bereit: kostenfreie Rufnummer 0551‑19240. Dort wird auch der Kontakt zu Pilzsachverständigen vermittelt. So können Experten aus vorhandenen Pilzresten, Putzresten oder Beschreibungen die Art bestimmen. Das Zentrum berät zudem Ärztinnen und Ärzte zur spezifischen Therapie. Bereits 2024 verzeichnete das GIZ‑Nord überdurchschnittlich viele Anfragen. In diesem Jahr stiegen die Nachfragen, besonders im Juli, erneut. Betroffen sind auch Fälle nach gekauften Pilzen oder selbst gesammelten, eingelegten sowie getrockneten Pilzen.

Verlassen Sie sich nicht auf Mythen. Ein verfärbter Silberlöffel zeigt keine Giftpilze an. Fraßspuren von Tieren oder ein „angenehmer“ Rohgeschmack belegen keine Essbarkeit. Der beste Schutz ist Wissen – und Vorsicht. Ein englisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: Es gibt alte Pilzsammler und wagemutige Pilzsammler – aber keine alten, wagemutigen Pilzsammler.

Fazit: Sammeln Sie bewusst, prüfen Sie sorgfältig, und holen Sie im Zweifel fachkundigen Rat ein. So bleibt die Pilzsaison ein Genuss – und kein Risiko. Mehr Beiträge aus Lübeck und Umgebung gibt es hier.

Photo Credits: AdobeStock_298440913

Adresse: Lübeck
Website: AOK

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