Mein Bild bei Hannemann
Da hängt jetzt also ein Bild von mir.
Nicht in einer Galerie.
Nicht im Museum.
Nicht bei irgendeiner offiziellen Veranstaltung mit Häppchen und Händeschütteln.
Sondern bei Hannemann.
Im Büro.
Nicht im Laden.
Und trotzdem: Es hängt. Und es fühlt sich gut an.
Es war kein Event. Kein Happening.
Kein Wimpel, kein Sektglas, kein „Danke, dass Sie da waren.“
Es war einfach: ehrlich.
Wie die Jungs von Hannemann selbst.
Zwei Brüder.
Zwei Macher.
Mit einem Gespür für Cremes, Klingen und co.
Und, wie sich zeigt, auch für Kunst.
Natürlich könnt ihr das Bild nicht einfach angucken gehen.
Es sei denn, ihr habt einen Termin im Büro.
Oder einen verdammt guten Vorwand.
Aber das ist ja auch nicht der Punkt.
Der Punkt ist: Es bewegt sich was in Lübeck.
Ganz leise.
Ganz subtil.
Unterhalb des gefrorenen Humors.
Hinter dem typischen „Frozen-Lübecker“,
dieser Mischung aus Skepsis, Kontrolle und einem Lächeln,
das sich erst nach der dritten Begegnung durchsetzt –
wenn überhaupt.
Und genau deshalb freut mich das mit dem Bild.
Weil es mehr ist als ein Auftrag oder ein Verkauf.
Es ist ein Zeichen.
Eine Verbindung.
Ein warmes Zucken im kalten Stadtgesicht.
Also:
Stürmt nicht das Büro – das wäre seltsam. (Wobei? Warum nicht?)
Stürmt den Onlineshop.
Oder den Laden.
Kauft euch durch.
Denn wenn’s gut läuft,
kann sich einer der Hannemann-Bruder das Bild vielleicht auch bald leisten.
Oder ich häng ihm einfach ein neues rein.
Denn manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer großen Geste.
Sondern mit einem Bild, das man gemalt hat – und dann darauf wartet, bis sie sich melden.
Über den Autor
Alexander Lachmann, geboren 1982, ist kreativer Unternehmensberater – wobei „Creative Director Text und Konzept“ auf den meisten Visitenkarten mehr Platz einnimmt als Verständnis erzeugt. Er denkt sich Werbekampagnen aus. Schreibt sie auch. Vom großen Gedanken bis zum kleinsten Insta-Post. Filme, Plakate, Flyer. Alles, was wirkt. Und jetzt eben auch diese Kolumne. Wer wissen will, was er sonst so verbrochen hat: www.iwrotethisshit.com
Ende 2024 hat er sein Kunstprojekt www.einwortsagtmehralstausendbilder.de ins Leben gerufen – ein Experiment an der Schnittstelle von Wort und Wirklichkeit. Bereits im Januar 2025 folgte seine erste Ausstellung „#reality“ im Übergangsraum Lübeck – ganz ohne Galeriebetrieb, dafür mit Haltung.
Am 26. Juni eröffnete die Ausstellung neu kuratiert und um 12 Bilder erweitert in Braunschweig. Wer die Bilder anschauen möchte, geht zum Paritätischen Braunschweig und meldet sich vorher unter 0531 / 4807963 an.
Und Lachmann?
Der bleibt in Bewegung. Auf der Suche. Nach dem nächsten Ort, der Lust auf echte Kunst hat. Und keine Angst vor klaren Worten.
Photo Credits: Alexander Lachmann
