Feuer, Glaube und schmale Gassen
Der Straßenname „Fegefeuer“ wirkt auf den ersten Blick dramatisch – und das nicht ohne Grund. Im Mittelalter bezeichnete der Begriff einen Ort der Läuterung, sowohl im religiösen als auch im städtischen Sinne. Tatsächlich wurden hier zeitweise Büßer untergebracht oder gar Feuerstätten betrieben, mit denen Abfälle verbrannt wurden. Der Name ist also doppeldeutig – körperlich wie geistlich.
Heute zählt das Fegefeuer zu den schmalsten Gassen der Lübecker Altstadt und hat seinen morbiden Klang längst gegen romantische Ruhe eingetauscht. Die alten Häuser, dicht an dicht gebaut, erzählen Geschichten von Armut, Frömmigkeit und Überleben. Trotz (oder gerade wegen) seiner dunklen Herkunft ist das Fegefeuer heute ein Symbol für Wandlung – vom Ort der Läuterung zum Kleinod mit Charakter.
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