Heinrich der Löwe legt den Grundstein für die spätere Hansestadt
Lübeck – heute eine der bekanntesten Städte des Nordens – hat eine lange und ereignisreiche Geschichte. Alles begann im Jahr 1143, als die Stadt von Heinrich dem Löwen gegründet wurde. Aber was machte Lübeck in den frühen Jahren so besonders, und wie wurde sie zu dem Handelszentrum, das wir heute kennen?
Beginn einer langen Geschichte
Im Jahr 1143 beginnt die dokumentierte Geschichte der Stadt Lübeck. Nachdem Truppen des dänischen Königs Erich III. im Jahr 1138 die slawische Siedlung Liubice zerstört hatten, wurde das Gebiet strategisch neu erschlossen.
Herzog Heinrich der Löwe – mächtiger Vertreter der Welfen und einflussreichster Territorialherr Norddeutschlands – erkannte die Bedeutung der Lage an der unteren Trave. Deshalb gründete er eine neue Stadt auf dem Hügel zwischen Trave und Wakenitz, genau dort, wo sich heute der Altstadtkern befindet.
Diese Neugründung war mehr als ein Wiederaufbau. Sie spiegelte ein machtpolitisches und wirtschaftliches Konzept wider. Denn die junge Stadt sollte als christlich-deutsches Gegengewicht zu den slawisch geprägten Küstensiedlungen dienen. Gleichzeitig sollte sie den Handel mit dem Osten fördern.
Lübeck lag ideal für den Austausch zwischen Nordsee, Ostsee und Binnenland. Deshalb zogen schon früh Fernhändler, Kolonisten und Geistliche in die neue Stadt. Sie entwickelte sich rasch.
Mit der Gründung Lübecks wurde der Grundstein für eine Siedlung gelegt, die nur wenige Jahrzehnte später das Stadtrecht erhielt. Außerdem wurde sie Bischofssitz und stieg 1226 zur ersten freien Reichsstadt auf.
Damit beginnt 1143 nicht nur die urbane Geschichte Lübecks. Es ist auch der Beginn eines zentralen Ortes im entstehenden Ostseehandel – der schließlich zur „Königin der Hanse“ aufsteigen sollte.
