Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

FORCE OF NATURE – THE DRY 2

Aaron Falk ist zurück. Aufmerksame Leser werden sich an den Bundespolizisten, gespielt von Eric Bana, eventuell erinnern, habe ich doch den Vorgänger, „The Dry – Die Lügen der Vergangenheit“ bereits im Mai letzten Jahres vorgestellt. Falk ist Hauptfigur einer bislang dreiteiligen Krimireihe aus der Feder der australischen Autorin Jane Harper. Sein zweiter Fall spielt nun in einem komplett gegensätzlichen Setting zum Vorgänger. Diesmal gibt es keine Dürre, sondern grüne Wälder, Regen und Kälte. Was geblieben ist, ist abermals eine spannende Kriminalgeschichte.

2022 war ein schwaches Filmjahr. Corona steckte noch in den Gliedern der Filmindustrie und erst nach und nach kamen die zu Pandemiezeiten verschobenen Filme wieder in die Kinos. Eine gute Gelegenheit, sich den kleineren Werken im Heimkinobereich zu widmen. So entdeckte ich damals den australischen Kriminalfilm „The Dry – Die Lügen der Vergangenheit“, der mich, trotz seines gemäßigten Tempos, in seinen Bann zog. Freunde skandinavischer Krimis oder etwa der Tom Selleck-TV-Reihe „Jesse Stone“ bekamen hier, wonach sie dürsteten. Das Setting ist zwar in „Force of Nature: The Dry 2“ ein gänzlich anderes, die Erzählweise ist aber geblieben.

Alice Russell (Anna Torv) steht das Wasser bis zum Hals. Da sie Gelder veruntreut hat, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu sichern und dabei erwischt wurde, muss sie fortan für die Bundespolizei, sprich Aaron Falk (Eric Bana), ihren Arbeitgeber Daniel Bailey (Richard Roxburgh) bespitzeln, gegen den eine Fahndung wegen Geldwäsche läuft. Doch Alice weigert sich und begibt sich stattdessen mit der Frau ihres Chefs, Jill Bailey (Deborra-Lee Furness), und drei weiteren Kolleginnen, den Schwestern Bree (Lucy Ansell) und Beth (Sisi Stringer) und ihrer Jugendfreundin Lauren (Robin McLeavy), auf eine Firmenwanderung in den australischen Busch.

Nach drei Tagen erhält Falk einen Anruf seiner Informantin, jedoch aus einem Funkloch heraus, so dass das Gespräch unverständlich bleibt und die Verbindung schnell abbricht. Kurz darauf tauchen die Damen, die sich auf ihrem Pfad verlaufen haben, hilfesuchend wieder auf. Eine von ihnen wurde von einer Trichternetzspinne gebissen, ansonsten sind die Damen wohlauf. Lediglich von Alice fehlt jede Spur. Die alleinerziehende Mutter bleibt verschwunden, weswegen Falk und seine Kollegin Carmen Cooper (Jacqueline McKenzie) sich vor Ort an der Suche beteiligen. Je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher scheint es, Alice noch lebend aufzuspüren. Aaron Falk setzt alles daran, sie zu finden, vor allem, da er in seiner Jugend selbst ein traumatisches Erlebnis in den Wäldern hatte.

Regisseur Robert Connolly, der auch den Erstling inszenierte, hat ein Händchen dafür, ruhige Krimistoffe packend zu inszenieren. Auch wenn „Force of Nature: The Dry 2“ nicht ganz an die Qualitäten des Erstlings anknüpfen kann, so wird der, vor beeindruckender Naturkulisse inszenierte Krimi doch niemals langweilig. Dies ist auch den wunderbaren Schauspielern zu verdanken, die es allesamt schaffen, ihre Figuren glaubhaft darzustellen.

Erneut werden die Geschehnisse erst in Rückblicken aufgedröselt, wodurch der Zuschauer lange im Unklaren gelassen wird, was genau mit Alice geschehen ist. Was das Trauma von Aaron Falk betrifft, so wird hier ebenfalls in Rückblicken verfahren, allerdings ist diesmal die Geschichte um ihn weniger geheimnisvoll und durchaus vorhersehbarer als beim Vorgänger. Wichtig für den Handlungsverlauf ist seine Geschichte aber erneut. Insgesamt ein sehenswerter, wenn auch nicht ganz so starker Film wie sein Vorgänger. Krimifans sollten aber unbedingt einen Blick riskieren.

„Force of Nature – The Dry 2“ ist bei mehreren Streaminganbietern verfügbar. Bei Sky sogar in der Flatrate.

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