Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

CHRISTMAS BLOODY CHRISTMAS

Ihr seid noch immer nicht in Weihnachtsstimmung oder Euch hängt der Festtagsrummel gar zum Halse heraus und Ihr habt überhaupt keine Lust auf besinnliche Festtage? Dann hätte ich hier eine Anti-Weihnachtsfilmempfehlung für Euch. In „Christmas Bloody Christmas“ läuft nämlich ein Killerroboter im Weihnachtsmannkostüm an Heiligabend Amok. Dank der akuten Schmerzensschreie der Opfer garantiert keine stille Nacht… und schon gar nicht heilig.

Die Plattenladenbesitzern Tori Tooms (Riley Dandy) hat vom Weihnachtsrummel die Nase voll. Sie möchte nach Feierabend an Heiligabend einfach abschalten, saufen und sich von einem Blind Date aus dem Internet flachlegen lassen. Doch ihr Angestellter Robbie Reynolds (Sam Delich) kann die junge Frau mit seinem Charme und allerlei Überredungskunst von ihren Plänen abbringen. Und so zieht sie stattdessen mit ihm gemeinsam um die Häuser. Dabei fließt der Alkohol in Strömen, während beide über Sex, Musik und Filme sinnieren.

Doch während Tori und Robbie durch die Straßen laufen und über nicht-traditionelle Weihnachtssongs quatschen oder die Vorzüge des Friedhof der Kuscheltiere-Sequels gegenüber dem Originalfilm herausarbeiten, erleidet ein Robo Santa+ (Abraham Benrubi) in einem nahegelegenen Spielzeugladen eine Fehlfunktion, woraufhin dieser zu mörderischem Eigenleben erwacht. Ein bitte was? werdet Ihr fragen. Nun, die Eröffnungssequenz des Filmes präsentiert uns allerlei schräge Werbespots, darunter ein Filmchen, in dem besagter, künstlicher Weihnachtsmann als Austausch für die oftmals betrunkenen, kostümierten Supermarktangestellten fortan die Kinderherzen höher schlagen lassen soll. Blöd nur, dass dieser auf Militärtechnologie basiert und aus guten Gründen zurück ins Werk gerufen wurde. Denn der weißbärtige Robotermann scheint fehlerbehaftet zu sein und sorgte bereits hier und da für Verletzungen. So ein tolles Modell steht zufällig auch im nahegelegenen Spielzeuggeschäft, in dem sich Toris beste Freundin Lahna (Dora Madison) mit ihrem Freund (Jonah Ray) ein paar schöne, intime Stunden zwischen Kinderspielzeug gönnen möchte. Pech für das Pärchen, dass die Killermaschine in Santa erwacht ist und sich mit einer Axt bewaffnet, um auf Mord-Tour zu gehen. Hierbei hinterlässt der emotionslose Cyborg eine blutige Spur des Todes hinter sich, angefangen mit den beiden Turteltauben. Da Tori und Robbie nichtsahnend zu diesem Zeitpunkt am Spielzeuggeschäft vorübergehen, landen die beiden, die gerade dabei sind, sich näherzukommen, unweigerlich auf dem Radar der amoklaufenden Tötungsmaschine. Wird es ihnen gelingen zu flüchten vor dem Roboter, den nichts und niemand aufhalten kann?

Ursprünglich wollte Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Joe Begos ein Remake des einst umstrittenen Horrorklassikers „Silent Night Deadly Night“ inszenieren (umstritten, weil sich viele Muttis aufregten, dass der liebe Weihnachtsmann ein amoklaufender Irrer war). Doch Begos musste seine Pläne aus Rechtegründen wieder verwerfen (dafür entstand bereits 2012 ein ziemlich mäßiges Remake mit dem Titel „Silent Night“) und schuf stattdessen diese Mischung aus eben jenem Film, angereichert mit einer guten Portion „The Terminator. Das Ganze wurde auf 16mm gebannt und mit grellen, meist mehrfarbigen Neonlampen ausgeleuchtet, wodurch der Film ungewöhnlich farbenfroh erstrahlt. Irgendwie schaut „Christmas Bloody Christmas“ aus, als habe man das „Miami Vice“-Logo in bewegte Bilder verwandelt. Dadurch, und durch das Filmmaterial, verbreitet der Film einen wundervollen Retrocharme, den der Soundtrack von Begos Hauskomponist Steve Moore, der irgendwo zwischen Tangerine Dream und John Carpenter angesiedelt ist, nur noch mehr unterstreicht.

Neben der gelungenen Atmosphäre, dem hohen Erzähltempo (der Film läuft keine 90 Minuten) und den zahlreichen, handgemachten Bluteffekten, ist es vor allem Hauptdarstellerin Riley Dandy, die nach drei schmalzig-romantischen Weihnachtsfilmen (u.a. A Hollywood Christmas) hier ganz andere Töne anschlagen darf (der Gebrauch des F-Wortes ist geradezu inflationär). Hinzu kommt, dass sie mit Filmpartner Sam Delich eine tolle Chemie an den Tag legt. Diese funktioniert so sehr, dass die ersten 20 Minuten, in denen Killerrobo noch brav in der Ecke steht, so unterhaltsam gerieten, dass ich auch den gesamten Film den beiden Film- und Musiknerds beim Date hätte folgen können, ohne mich auch nur eine Minute zu langweilen.

Wenn es schließlich zur Sache geht, dann aber so richtig und ohne Verschnaufpause. Hierbei mutiert Plattenladenbesitzerin Tori Tooms zu einer Mischung aus Ellen Ripley und Sarah Connor, die sich nicht unterkriegen lässt. Dasselbe gilt allerdings auch für den Weihnachtsmann, der nicht vorhat, das Fest der (Axt-)Hiebe ausfallen zu lassen und dem Terminator dabei Konkurrenz macht. Hierbei geht Robo-Santa+ so gar nicht zimperlich zur Sache, weswegen ich den Film nur hartgesottenen Filmfans empfehle.

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