Filmtipp

Chrischis Filmtipp zum Wochenende

DEADPOOL & WOLVERINE​

Auch wenn ich eine gewisse Marvel-Müdigkeit verspüre und keine der Serien oder gar die letzten Filme gesehen habe, so kam ich doch, wie Millionen andere, nicht darum herum, mir „Deadpool & Wolverine“ im Kino anzuschauen. Nicht, weil ich einen guten Film erwartet habe, sondern, weil ich dem allgemeinen Hype erlegen war. Genaueres schildere ich Euch im Artikel. Aber Vorsicht, um ein paar kleine Spoiler innerhalb des Marvel-Universums werde ich nicht herumkommen.

Wade Wilson aka Deadpool (Ryan Reynolds) ist am Ende. Die Liebe seines Lebens, Vanessa (Morena Baccarin), hat ihn verlassen und die Avengers wollen ihn auch nicht im Team haben. Verdrossen hängt er sein Superheldenkostüm an den Nagel und arbeitet fortan als Gebrauchtwagenverkäufer. Eines Tages wird er aus heiterem Himmel von der Time Variance Authority (TVA) entführt. Der Leiter der Abteilung, die für sein Universum (Erde 10005) zuständig ist, Mr. Paradox (Matthew Macfayden), eröffnet ihm, dass seine Welt stirbt. Grund ist der Verlust des zum Univerum gehörigen Ankerwesens. Hierbei handelt es sich um den Superhelden aller Superhelden, nämlich Logan aka Wolverine (Hugh Jackman). Zwar würde der Zerfall seiner Welt normalerweise mehrere hundert Jahre andauern, aber Paradox verfügt über ein Gerät, welches diesen Zustand bereits in den nächsten 72 Stunden herbeiführen wird, schließlich möchte er Erfolge bei seiner Arbeit verbuchen können. Wade selbst wird angeboten, einen Platz in einem anderen Universum (Erde 616) einzunehmen, seine Freunde wären aber verloren.

Stinkefinger ans Multiversum

Wade bleibt also nichts anderes übrig, Paradox den Stinkefinger zu zeigen und durch das Multiversum zu reisen. Dabei versucht er, einen anderen Wolverine zu finden, der seine Welt wieder ins Lot bringen kann. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die verschiedenen Logans sind äußerst streitsüchtig. Als er schließlich fündig wird und ein alkoholsüchtiges Exemplar ausfindig macht, der alles und jeden verloren hat, scheint Wades Plan aufzugehen. Doch Logan denkt gar nicht daran, Wade zu helfen und außerdem landen die beiden dann auch noch in der Leere, wo Cassandra Nova (Emma Corrin), die Zwillingsschwester von Professor Charles Xavier, regiert – und die bietet den beiden nur zwei Optionen an: entweder ein Leben als Sklave oder den Tod. Eine verzwickte Situation.

Wo soll ich anfangen? „Deadpool und Wolverine“ ist kein guter Film, aber ein äußerst unterhaltsamer. Die Handlung ergibt kaum Sinn, strotzt vor Logiklücken (Logan stirbt erst fünf Jahre nach der Handlung des Films) und lässt jeden Anflug von eingebauter Ernsthaftigkeit im Nu verpuffen. Immer dann, wenn es mal emotional zu werden scheint, hüpft Deadpool ins Bild, durchbricht die vierte Wand und macht uns immer wieder darauf aufmerksam, dass wir uns hier in einem Film befinden. Klar, das ist halt der Stil von Deadpool, bereits in den beiden Vorgängerfilmen, doch sind sich diesmal so gut wie alle Charaktere bewusst, dass sie sich nur in einem Film befinden. Beispiele würde ich gerne bringen, aber dann müsste ich Cameos verraten – und das würde den Spaß deutlich mindern. Davon gibt es einige, allerdings vorrangig aus älteren Marvel-Filmen, die noch nicht zum Kanon des MCU gehören. Mehr möchte ich hier ebenfalls nicht ausplaudern.

„Deadpool & Wolverine“ hat ein schwaches Drehbuch und kaum echte Spannungsmomente. Das MCU, welches meiner Meinung nach seine Haltbarkeit eh überstrapaziert hat, bringt der Film auch nicht weiter. Aber… und das ist das Geile an dem Film: Er bereitet durchweg Spaß, zumindest, wenn man auf den Humor Lust verspürt. Vor allem aber ist es die Chemie zwischen Reynolds und Jackman, die in jedem Moment spürbar ist und den Streifen deutlich über seinen Vorgänger hievt. Wer es hingegen ernsthafter vorzieht, der sollte die Geschichte um Wolverine mit dem genialen „Logan“ abgeschlossen lassen und lieber einen anderen Streifen im Kino besuchen. (Ich glaube, nächste Woche habe ich da wieder etwas für Euch). Wer einfach zwei Stunden Wahnsinn und Spaß erleben möchte, der sollte aber ein Kinoticket lösen.

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