Foto: TL / Olaf Malzahn

„Gespenstersonate“ im Lübecker Theater

Lübecker Erstaufführung von Aribert Reimanns Kammeroper

Wie würde wohl der Blockbuster »Und täglich grüßt das Murmeltier« als expressionistischer, als absurder Film aussehen? Und wie würde sich die Filmmusik dazu anhören? Aribert Reimann weiß es. Zugleich fragt man sich, wie wohl Filme wie »Shining«, »Psycho« oder »Das Schweigen der Lämmer« ausgesehen hätten, wenn die Protagonisten ohne Sprache hätten auskommen müssen. Wenn nur die Filmmusik zum Verständnis des Unverständlichen hätte beitragen können. Aribert Reimann weiß es.

In der »Gespenstersonate« nach August Strindbergs gleichnamigen Schauspiel steht die Sprach-losigkeit im Vordergrund: Eine morbide Gesellschaft kommt seit vielen Jahren zum Essen zusammen. Der Ablauf ist immer derselbe. Schweigend vollführt man die immer selben Rituale. Eines Tages wird alles anders, als einer versucht, die Verwirrung aller zu entwirren – und doch ist alles zu verworren, um es zu entwirren. Auch das Okkulte und Mystische steht in der »Gespenstersonate« im Vorder-grund. Die Welt wird nicht mehr nach den Prinzipien von Kausalität und Logik abgebildet, sondern folgt einer höheren, metaphysischen Logik. In ihr walten Mächte, die wirklicher erscheinen, als die Mächte dieser Welt. Die Sprachlosigkeit der Teilnehmer des Gespenstersoupers ist dafür ein eindrückliches Symbol. Dort, wo das Schweigen, die Sprachlosigkeit einsetzt, kommt die Ausdrucksmöglichkeit der Musik voll zur Geltung.

Premiere ist am 21. Mai.

Adresse: Beckergrube 16, 23552 Lübeck
Website: www.theater-luebeck.de

Photo Credits: Olaf Malzahn

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